28. September 2009

Studie: In 10 Jahren wird es finanziell und personell eng im Gesundheitswesen

Sollte es nach den Wahlen zu einer weiteren Gesundheitsreform kommen, so muss sie unbedingt die demografische Entwicklung berücksichtigen. Dies fordert Prof. Fritz Beske vom Institut für Gesundheits-Systemforschung (IGSF)  in Kiel bei der Vorstellung einer neuen Studie des Instituts mit dem Titel „Morbiditätsprognose 2050 – Ausgewählte Krankheiten für Deutschland, Brandenburg und Schleswig-Holstein“, eine Hochrechnung der Morbidität für 22 Krankheiten für Deutschland, Brandenburg und Schleswig-Holstein bis 2050. Er warnt vor dramatischen Versorgungslücken, sollte die Politik nicht auf diese Entwicklungen reagieren.

„Die Ergebnisse der sehr zuverlässigen Hochrechnungen können in ihren Auswirkungen auf den Versorgungsbedarf sowohl hinsichtlich der finanziellen Mittel als auch im Hinblick auf das erforderliche Arbeitskräftepotenzial bei ständiger Abnahme der im Erwerbsleben stehenden Altersgruppe als dramatisch bezeichnet werden“, so Beske weiter. Demografische Entwicklung und medizinischer Fortschritt stellen sowohl hinsichtlich der benötigten finanziellen Mittel als auch der personellen Ressourcen Anforderungen an die Gesundheitspolitik, die nach Ansicht des Wissenschaftlers nicht länger ignoriert werden dürfen. „Mit dem Jahr 2020, also in gut 10 Jahren, erreichen die geburtenstarken Jahrgänge die Altersgruppe der Alten. Die Auswirkungen werden für das Gesundheitswesen gravierend sein. Die Planung für eine gesicherte Gesundheitsversorgung der heute 55-Jährigen muss jetzt beginnen. Lösungen sind nicht kurzfristig aus dem Boden zu stampfen“, so der Appell des Experten an die Politik.