02. Oktober 2009

Orthopädietechnik: Neuausrichtung der Ausbildung

Durch den technologischen Wandel sei auch eine Weiterentwicklung des Berufsbildes des Orthopädie-Technikers notwendig. Ausbildungs- und Meisterprüfungsbild stammten aus der Mitte der 1990er-Jahre und müssten daher aktualisiert und angepasst werden. So die Einschätzung des Präsidenten des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIV), Frank Jüttner, auf dem gesundheitspolitischen Tag des BIV in Bielefeld. Der Orthopädie-Techniker sei nach wie vor im Handwerk verwurzelt, es müsse aber auch die Option eines akademischen Abschlusses geben. Derjenige, der neben dem Gesellen- und Meisterbrief eine akademische Qualifikation erlangen wolle, solle diese Möglichkeit erhalten. Jüttner wies auf die zunehmende Verlagerung der Versorgung in den Handelsbereich. Darauf sollte man durch die Entstehung eines neuen Berufsbildes reagieren. Bedarf bestehe an einem kaufmännisch ausgebildeten Mitarbeiter, der jedoch auch über ein technisches Grundverständnis verfüge, etwa ein „Hilfsmittelassistent“, so der Arbeitstitel. Die Gesundheitsreformen haben nach Ansicht von BIV-Vizepräsident Klaus-Jürgen Lotz zu immer stärkeren Sparzwängen und zum Verlust der Planungssicherheit ge-führt, was dazu führe, dass sich einige Betriebe fragten, ob sie es sich überhaupt noch leisten könnten, auszubilden. Das hätte zur Folge, dass alle Tätigkeiten streng betriebswirtschaftlich ausgerichtet seien. Dies wirke sich auch auf die Ausbildung aus: Man müsse aufpassen, dass hierdurch nicht die Inhalte der Ausbildung auf der Strecke blieben. In weiteren Beiträgen wurde darauf verwiesen, dass demographische Veränderung und altersbedingte Krankheitsbilder zu einem überproportionalen Wachstum in der Hilfsmittelbranche führten. Es entstehe ein ganz neuer, riesiger Markt mit neuen Themen. Dieses Potential sollte genutzt werden. Von Bedeutung sei insbesondere auch der Selbstzahlermarkt.