15. Oktober 2009

GEK legt Heil- und Hilfsmittelreport vor

Die Verordnungen im Heil- und Hilfsmittelbereich seien im Jahr 2008 um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Darauf hat die Gmünder Ersatzkasse (GEK) in ihrem Heil- und Hilfsmittelreport 2009 hingewiesen. Zuwächse gab es demnach vor allem bei Atemtherapiegeräten, Physiotherapien und Logopädien. Der Kostenanstieg sei jedoch regional sehr unterschiedlich. Dies liegt laut GEK in erster Linie an den regional verschiedenen Richtgrößen für die Verordnungen.

Der Heil- und Hilfsmittelbereich stehe für krisenfestes Wachstum, so die GEK. In der gesamten GKV lag der Verordnungsanstieg 2008 bei plus 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (8 Prozent bei Heilmitteln, 3,6 Prozent bei Hilfsmitteln). 2007 hatte das Wachstum noch insgesamt 4,7 Prozent betragen. Die kontinuierlichen Zuwachsraten spiegeln sich auch auf kassenindividueller Ebene wider. Die GEK gab 2008 insgesamt rund 182 Millionen Euro in diesem Bereich aus, rund 92 Millionen für Heil- und 90 Millionen für Hilfsmittel. Das entspricht einem Wachstum von rund 4,2 Prozent pro Versichertem, 3,5 Prozent im Heilmittelbereich und 4,8 Prozent im Hilfsmittelbereich.

Nicht jeder Ausgabenanstieg dürfte allein auf Morbiditätssteigerung zurückzuführen sein, meint die GEK. So erhalten mittlerweile acht Prozent bzw. jeder elfte GEK Versicherte unter 10 Jahren logopädische oder ergotherapeutische Verordnungen. GEK Vorstand Dr. Rolf-Ulrich Schlenker vermutet einen Verlagerungseffekt: "Offenbar werden immer früher Ärzte, Ergotherapeuten und Logopäden hinzugezogen, auch weil Eltern und Erzieher verunsichert oder überfordert reagieren.

Der Autor des Reports, Prof. Gerd Glaeske, nannte den Heil- und Hilfsmittelbereich eine Black Box: „In Sachen Transparenz liegt der Bereich 15 Jahre hinter dem Arzneimittelbereich zurück, die Entwicklung von Qualitätsstandards befindet sich noch in den Kinderschuhen. Wir brauchen mehr Studien und Nutzennachweise." Der GEK Heil- und Hilfsmittelreport ist in diesem Jahr zum sechsten Mal erschienen.