19. Oktober 2009

Stärkere Stellung für Ärzte

Ärzte erhalten in Medizinischen Versorgungszentren eine stärkere Stellung. Das sollen die künftigen Koalitionspartner CDU, CSU und FDP in der Arbeitsgruppe Gesundheit vereinbart haben. Die schwarz-gelbe Koalition will gesetzlich vorschreiben, dass die Mehrheit der Gesellschaftsanteile und der Stimmrechte in ärztlicher Hand liegen muss. Bisher ist nur festgelegt, dass ein MVZ einen ärztlichen Leiter haben muss. „Ärzte sollen künftig in MVZ das Sagen haben“, heißt es in Berlin. Union und FDP sehen in diesem Schritt eine Stärkung des freien Berufs Arzt. MVZ wurden 1994 als neue Versorgungsform zugelassen, um die fachübergreifende Versorgung von Patienten zu fördern. Sie bieten auch angestellten Ärzten die Möglichkeit, an der ambulanten Versorgung teilzunehmen. In einem MVZ müssen mindestens zwei ärztliche Fachgruppen vertreten sein, Kooperationen mit nicht ärztlichen Gesundheitsberufen sind möglich. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gab es im dritten Quartal 2008 insgesamt 1152 MVZ. Während in den neuen Bundesländern MVZ in der Trägerschaft von Krankenhäusern dominieren, ist in Westdeutschland das von Vertragsärzten gegründete Zentrum vorherrschend.