26. Oktober 2009

Neue Spitze im Gesundheitsministerium

Dr. med. Philipp Rösler (FDP) ist neuer Gesundheitsminister im Kabinett Merkel. Nach nur acht Monaten als Wirtschaftsminister in Niedersachsen ist er nun mit 36 Jahren der Youngster im neuen Kabinett. Bei den Koalitionsverhandlungen rang er als FDP-Verhandlungsführer mit der ebenfalls aus Niedersachsen stammenden Ursula von der Leyen (CDU) um einen Kompromiss zur Gesundheitspolitik. Rösler stellte den Gesundheitsfonds immer wieder vehement in Frage. Zudem gilt er als Freund privater Absicherungen.
Seine politische Karriere begann Philipp Rösler bereits im Jahr 2000. Der damals 26-Jährige bekam seinen ersten wichtigen Posten bei der niedersächsischen FDP. Er wurde ehrenamtlicher Generalsekretär der Landespartei. Drei Jahre später führte er die Liberalen mit seinem politischen Ziehvater, dem FDP-Landesvorsitzenden Walter Hirche, zurück in den Landtag und wurde dort Fraktionschef. 2006 übernahm er zusätzlich den Landesvorsitz. 2007 schaffte Rösler mit einem der besten Ergebnisse die Wiederwahl ins Parteipräsidium, Anfang 2008 gelang der FDP unter seiner Führung mit 8,2 Prozent ein erneuter Erfolg bei der Landtagswahl.
Rösler wurde 1973 in Vietnam geboren und noch im selben Jahr von einer deutschen Familie adoptiert. Er wuchs in Hamburg und Bückeburg auf. 1992 trat er in die Bundeswehr als Sanitätsoffizieranwärter ein, um 1993 mit dem Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover zu beginnen, 1999 legte er das 3. Staatsexamen ab und begann die Facharztausbildung im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg. Es folgte 2001 Arzt und Sanitätsoffizier, sowie 2002 die Promotion in der Herz-Thorax-Gefäßchirurgie. Entgegen vielerlei Presseartikeln und Berichten ist er nicht Facharzt für Augenheilkunde, sondern von Beruf einfach Arzt. Philipp Rösler ist verheiratet und seit einem Jahr Vater von Zwillingsmädchen.
Staatssekretäre im Gesundheitsministerium werden die bisherigen Bundestagsabgeordneten Annette Widmann-Mauz (CDU) und Daniel Bahr (FDP).