28. Oktober 2009

„Schwarzbuch Medizinische Hilfsmittelversorgung“ benennt Qualitätsmängel

Das Aktionsbündnis "meine Wahl!" stellt auf der internationalen Fachmesse Rehacare, die vom 14. bis 17. Oktober in Düsseldorf stattfand, das "Schwarzbuch Medizinische Hilfsmittelversorgung" vor. Darin werden anhand realer Fälle die Folgen der Ausschreibungspraxis der gesetzlichen Krankenversicherungen aufgearbeitet und daraus resultierende Qualitätsdefizite in der Hilfsmittelversorgung benannt.

Demnach gehören die Mehrfachnutzung von Einmalkathetern, die Rationierung von Inkontinenzhilfen, schlecht angepasste Rollstühle und Beratungsmängel zu den negativen Auswirkungen von Hilfsmittelausschreibungen der gesetzlichen Krankenkassen, die seit dem Jahr 2008 durch die Gesundheitsreform angestoßen wurden. Insbesondere bei der Versorgung mit aufsaugenden oder ableitenden Inkontinenzhilfen, in der Rollstuhlversorgung sowie in der Atem- und Schmerztherapie häufen sich Fälle von Qualitätsmängeln und Fehlversorgungen.

Mit dem Schwarzbuch wendet sich das Aktionsbündnis gegen die zunehmende Missachtung des Mitspracherechtes von Patienten bei der Wahl ihrer Hilfsmittel und Versorgungspartner und plädiert für die Stärkung des Patientenwahlrechts. "Das Aktionsbündnis "meine Wahl!" fordert alle Verantwortlichen zum Umdenken auf", so Wolfram-Arnim Candidus, Präsident Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten e.V. bei der Vorstellung des Schwarzbuches. "Die Politik lässt bislang jedes Problembewusstsein für die Situation von Menschen, die auf Rollstuhl, orthopädischen Schuhe oder Inkontinenzvorlage angewiesen sind, vermissen. Die neue Bundesregierung darf die Augen nicht vor den bestehenden Problemen verschließen."