10. November 2009

Neues Sterilisierungsverfahren entwickelt

Niederländische Forscher haben eine mögliche Alternative zur herkömmlichen Dampfdrucktechnik für die Sterilisation von Instrumenten und Geräten entwickelt. Sie sterilisierten mit Hilfe eines neuen Verfahrens mit Plasma, einem hauptsächlich aus geladenen Teilchen bestehendem Gas.

Dazu verpackten sie Instrumente und Geräte in Plastikbeutel, in denen das Plasma über Magnetfelder entzündet wird. Dieses Verfahren macht die aus dem bislang im Labor bekannte Plasma-Sterilisierung für den Klinikalltag einsetzbar, da die Instrumente bislang nach der Behandlung erst noch in einen versiegelten Behälter umgelagert werden mussten, was die Gefahr einer erneuten Keimbelastung mit sich brachte.

Die Niederländer glauben, dass sich das neue Verfahren gegenüber der herkömmlichen Bekämpfung von Mikroorganismen mit den Autoklaven durchsetzen wird. Der große Vorteil der Plasma-Behandlung sei, dass sie ein realtiv kühles Verfahren sei und neben der Sterilisierung auch eine reinigende Wirkung habe. Zudem lasse sich das Plasma in der Zusammensetzung verändern und könne zielgerichtet gegen verschiedenste Mikroorganismen eingesetzt werden.

Die Gasbehandlung ist in der Praxis zwar nicht ganz neu, konnte sich bislang jedoch nicht durchsetzen, da sie noch nicht in einem versiegelten Behälter stattfinden konnte. Durch das neue Verfahren können die Instrumente jedoch in Vakuum-Plastikbeutel gelegt und versiegelt werden. Diese werden in eine Kammer mit Unterdruck gelegt, die Beutel blähen sich auf und das Plasma wird durch Magnetfelder angeregt. Dadurch werden die Mikroorganismen einem Ionenbeschuss ausgesetzt. Wird der Beutel danach aus der Unterdruckkammer genommen, legt sich die Plastikhülle eng um die Instrumente und hält sie versiegelt.

Zunächst aber soll das neue Verfahren ergänzend zum herkömmlichen Dampfdruckverfahren eingesetzt werden - insbesondere für hochempfindliche elektronische Geräte wie Detektoren, die hitze- und druckempfindlich sind.