01. Dezember 2009

ZVOS erreicht Aussetzen der Zertifzierungspflicht

Die Barmer Ersatzkasse und die Techniker-Krankenkasse haben angekündigt, die Frist, zu der sie eine Zertifizierung von ihren Vertragspartnern aus der Orthopädieschuhtechnik fordern, bis zum 31. März 2010 auszusetzen. Die Zeit bis dahin soll genutzt werden, um insbesondere für Kleinbetriebe die Anforderungen neu zu regeln. Im Gespräch ist ein Wegfall der Zertifizierungspflicht für diese Betriebe.

Damit waren die Bemühungen des Zentralverbandes Orthopädieschuhtechnik erfolgreich, eine Änderung der Zertifizierungsanforderungen – insbesondere für Kleinbetriebe – zu erreichen. Ursprünglich sollten bis spätestens zum Ende dieses Jahres alle Betriebe zertifiziert sein, um weiter abrechnen zu können. Die Entscheidung wurde von den beiden Kassen am 17. November 2009 nach einer Telefonkonferenz mit dem Zentralverband mündlich bekannt gegeben.

Für eine solche Regelung hatte sich der Zentralverband Orthopädieschuhtechnik bereits im Sommer dieses Jahres bei einem Gespräch mit federführenden Mitarbeitern im Gesundheitsministerium eingesetzt. Bei diesem Gespräch, an dem auch Vertreter der Krankenkassen teilnahmen, hatte sich das Ministerium positiv zu diesem Vorschlag geäußert. Auch dort hielt man es für überzogen, zum Beispiel Alleinmeistern eine Zertifizierung abzuverlangen.

Die meisten der anwesenden Kassen hatten damals erklärt, dass man mit einer solchen Regelung keine Probleme habe. Mit der Barmer Ersatzkasse und der Techniker-Krankenkasse könnten auf Initiative des Zentralverbandes nun die ersten verbindlichen Regelungen für einen Wegfall der Zertifizierungspflicht für Kleinbetriebe getroffen werden.

Die Zeit bis zum 31. März 2010 soll genutzt werden, um in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Gesundheit eine Regelung zu finden, nach der von Kleinbetrieben in der Orthopädieschuhtechnik keine Zertifizierung gefordert werden soll. In den nächsten Wochen soll es dazu erste Gespräche zwischen dem Zentralverband und der Barmer Ersatzkasse sowie der Techniker-Krankenkasse geben.

Qualitätsoffensive statt Zertifizierung?
Der Zentralverband ist darüber hinaus mit mehreren Krankenkassen im Gespräch, als Alternative zu einer Zertifizierung die bereits im vorigen Jahr entwickelte Qualitätsoffensive umzusetzen. Über die Qualitätsoffensive soll zum einen sichergestellt werden, dass alle Bestimmungen des Medizinproduktegesetzes eingehalten werden. Darüber hinaus soll die Qualitätsoffensive tatsächlich Aussagen über die Versorgungsqualität erlauben.