12. Februar 2018

Fuß und Körperhaltung im Fokus


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Von Annette Switala
Wie wirken sich Veränderungen am Fuß nach oben in den Körper aus? 
Dies beleuchtete der Themenschwerpunkt „Fuß und Körperhaltung“ auf dem 
Kongress der 4. ORTHOPÄDIE SCHUH TECHNIK am 20. Oktober 2017 in Köln 
aus der Perspektive von Biomechanik und Sensomotorik.

Dass sich Veränderungen am Fuß auf die Körperhaltung und den Bewegungsablauf auswirken, ist eine Grund­annahme der Einlagen- und Schuhversorgung. Doch die Frage, wie genau sich Veränderungen am Fuß nach oben im Körper fortsetzen, eröffnet nach wie vor ein weites Feld für die wissenschaftliche Forschung.

Prof. Gert-Peter Brüggemann, Deutsche Sporthochschule Köln, zeigte aus Sicht der Biomechanik auf, wie sich Bewegungen von Fuß und Sprunggelenk zu Knie und Hüfte fortsetzen. „Die zentrale Größe, die die Bewegungen und Belastungen beeinflusst, sind die Bodenreaktionskräfte“, so Brüggemann. Hinzu komme ein Drehmoment, das so genannte freie z-Moment, das durch Drehungen um die Hochachse des Körpers entsteht.

Wenn man durch Interventionen etwas an der Bewegung verändern wolle, gebe es nur eine Möglichkeit: den Kraftangriffspunkt zu verändern. Dieser bestimmt den Hebel, mit dem die Bodenreaktionskräfte an den Gelenken wirken.

Dazu müsse man verstehen, wie die Bewegungsübertragung vom Fuß auf den Unterschenkel über das Knie bis hin zur Hüfte funktioniert. Prof. Brüggemann stellte differenziert dar, wie die Eversion und Inversion des Rückfußes, aber auch die Adduktion des Rückfußes, mit der Innen- und Außenrotation der Tibia zusammenhängt und wie sich 
die Bewegungen weiter über das Knie 
bis in Oberschenkel und Hüfte fortsetzen.

Wie Brüggemann am Beispiel der Kopplung von Rückfuß und Tibia erläuterte, ist die Ausführung der Gelenkbewegungen jedoch bei verschiedenen Menschen unterschiedlich und von der individuellen Architektur und Weichteilkopplung der Gelenke abhängig. Bezogen auf ein Individuum weisen die Gelenkbewegungen beim Gehen und Laufen allerdings hochwiederholbare Muster auf. Wie Benno Nigg gezeigt habe, folgen die Gelenke dabei einem bevorzugten, habituellen Bewegungspfad, erklärte Prof. Brüggemann.

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