07. Januar 2019

Die Sensomotorik des Gehens 
bei Diabetes mellitus Typ II (Teil 2)


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WOLFGANG LAUBE | MICHAEL KAUNE | GREGOR PFAFF

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes verursacht krankhafte Ver­änderungen in allen Strukturen des sensomotorischen Systems. Diese Strukturveränderungen betreffen die Sensoren, die nervalen Leitungsbahnen zum und vom Zentralen Nervensystem (Polyneuropathie), das ZNS selbst und die Muskulatur (Atrophie, Sarkopenie). In der Folge sind fortschreitend alle sensomotorischen Funktionen gestört, wozu als herausragendes Merkmal das Gangbild gehört.

Die veränderte Gangsensomotorik als Folge der ausgeprägten Reduzierung der Funktionsfähigkeit und Belastbarkeit aller Gewebe führt dann zu ausgeprägten Problemen des Stütz- und 
Bewegungsapparates mit Schmerzen. Die immer weiter abnehmende Bewegungsfähigkeit, die Kraftminderung durch Atrophie und degenerativen Umbau der Muskulatur und die Reduzierung der Ausdauer verantworten eine fortschreitend nachteilige Biomechanik der Gelenkfunktionen der unteren Extremität. Daraus entstehen die Gewebeschädigungen sowohl aus der Sicht der sich verschlechternden Gewebeversorgung als auch der mechanischen Gewebebelastung.

Für den Patienten äußern sich die gravierenden Folgen in orthopädisch, internistisch und schmerzrelevanten Symptomen bevorzugt am Fuß. Das Einbezogensein aller Körperstrukturen erfordert auch einen aktiven Therapieansatz für „alle Körperstrukturen und -funktionen“. Ein wesentliches Element ist die orthopädietech­nische Versorgung des Fußes, um die Fähigkeit und Belastbarkeit des Gehens zu verbessern.

Einleitung

Das sensomotorische System (SMS) wird aus der kreisförmigen Verknüpfung folgender Strukturelemente gebildet:

  • Sensoren,
  • sensorisches sowie motorisches peripheres und zentrales Nervensystem,
  • Muskulatur einschließlich der Bindegewebestrukturen (Bänder, Gelenkkapseln, Fasziensystem) als anatomischer Standort sehr vieler wichtiger Mechano-, Chemo- und Nozisensoren.

Es ist Träger aller erdenklichen Bewegungsleistungen (Laube 2009) des Menschen. Somit verantwortet es das Bewegungslernen und realisiert daraufhin die Organisation und Ausführung der angeeigneten Bewegungen. Für diese 
Bewegungen stellt es – auf der Grund­lage neuronaler Funktionen und der kontraktilen Kapazitäten der Muskulatur – die Kraft zur Verfügung.

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