22. Dezember 2009

Integrierte Versorgung: Leis­tungs­erbringer besser aufklären

Die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung (DGIV) ist der Auffassung, dass sich integrierte Versorgungsmodelle inzwischen so gut auf dem Markt behaupten, dass sie keine Anschubfinanzierung mehr benö­­tigen. Es gebe inzwischen zahlreiche Versorgungsverträge, die sich wirtschaftlich selbst tragen, erklärte Carsten Sterly, Vorsitzender der DGIV in Berlin. Dass integrierte Versorgungsverträge dennoch nicht umfangreicher umgesetzt wer­den, liege daran, dass vie­le Leistungserbringer nicht ausreichend über die gesetzlichen Möglichkeiten der Versorgungsverträge informiert seien.

Deshalb möchte die DGIV 2010 für die Leistungserbringer handhabbare Informationsquellen über die vorhandenen Verträge erarbeiten. Die DGIV wird sich unter anderem für die Einrichtung eines zentralen Vertragsregis­ters einsetzen, in dem Leis­tungserbringern und Patienten alle wesentlichen Vertragsinhalte zur Verfügung stehen. Außerdem möchte sich die DGIV dafür einsetzen, gesetzliche Barrieren in der Zusammenarbeit zwischen medi­zinischen Leistungserbringern und Hilfsmittellieferanten abzubauen.

Dem gegenwärtigen Miss­trauen des Gesetzgebers gegenüber einer missbräuchlichen Zusammenarbeit zwischen Leistungserbringern und Hilfsmittellieferanten könne in einem transparenten Vertragscontrolling wirksam entgegen getreten werden, meint die DGIV. Dazu müssten aber die gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere von §73c, §128 und §140b SGB V, besser aufeinander abgestimmt werden. Hier sieht die DGIV Möglichkeiten, ohne viel gesetzgeberischen Aufwand eine effektive und kostengüns­tige Patientenversorgung zu schaffen.