08. Februar 2010

eKV: Probleme bei der Umsetzung

Seit Jahresbeginn wird zwischen der DAK und den Orthopädieschuhmachern der elektronische Kostenvoranschlag eingesetzt. Die Krankenkassen hatten dazu Verträge mit Online-Portalen abgeschlossen, über die das Verfahren abgewickelt werden soll. Noch gibt es einige Probleme bei der Übermittlung, an deren Behebung jedoch gearbeitet wird.

Die Abwicklung ist schwierig, sagt Markus Kinkel vom Abrechnungszentrum Optica. Derzeit sei noch keine Beschleunigung oder Vereinfachung durch den elektronischen Kostenvoranschlag erkennbar. Viele der von den Orthopädieschuhmachern gesendeten Kostenvoranschläge würden abgelehnt werden. Das Verfahren sei eigentlich sinnvoll, sagt Kinkel, im Moment sei es aber noch nicht ausgereift.

Eine Ursache der Probleme könne sein, so Kinkel, dass alle Daten zum Vertrag nicht nur bei der Kasse und beim Leistungserbringer, sondern auch beim Portalanbieter aktuell sein müssen. Gebe es hier Differenzen könne es zu Ablehnungen kommen. Das Problem sei, so Markus Kinkel, dass bei einer Ablehnung häufig mehrere Gründe genannt werden, wo der Fehler liegen könnte. Der Orthopädieschuhmacher müsse sich dann selbst auf die Fehlersuche begeben. Und das sei ein extrem unbefriedigender Zustand. Mancher Orthopädieschuhmacher sei deshalb dazu übergegangen, den Kostenvoranschlag per Fax an Optica zu senden, damit man dort einen eKV daraus macht. Angelo Mauceri von der Firma Medicomp, über deren System der eKV für die DAK abgewickelt wird, sieht einen Teil der Probleme in der Unerfahrenheit mit der Nutzung von Internetplattformen. Hier gebe es immer eine Lernphase, in der nicht alles gleich rund läuft. Das sei in anderen Branchen ähnlich.
Teilweise liege es aber auch an nicht aktuellen Preislisten bei den Leistungserbringern. Die aktuellen Preislisten seien bei Medicomp hinterlegt. Stimmten sie nicht überein, erfolge die Ablehnung. Hier hätte man in Abstimmung mit den Softwareanbietern aber schon Verbesserungen erreicht.

Die Probleme in der Umsetzung sind auch bei der DAK bekannt. Der elektronische Kostenvoranschlag der DAK, erklärt Holger Schlicht, sei darauf ausgerichtet, eine weitestgehend automatisierte Prüfung und damit sehr kurze Antwortzeiten zu ermöglichen. Voraussetzung dafür sei eine fehlerfreie Eingabe der Vertragsdaten (HMV-Nummer und Hilfsmittelkennzeichen, LEGS, Vertragspreis, MwSt-Kennzeichen). Darüber hinaus seien fachliche Restriktionen (z. B. Versorgungszeiträume) zu beachten. Nach Erfahrung der DAK würden die meisten elektronischen Kostenvoranschläge nicht an fachlichen Prüfungen, sondern bereits an „formalen” Problemen scheitern. Seien diese seitens des Leistungserbringers beziehungsweise seines Branchen-Softwareanbieters behoben, laufe der elektronische Kostenvoranschlag meist reibungslos.

Überarbeitung erfolgt
Zurzeit überarbeite man die Fehlerhinweise mit dem Ziel, eine leichtere Fehlerdiagnose zu ermöglichen, äußerte sich Schlicht. Allerdings seien dem sowohl systembedingte, als auch datenschutzrechtliche Grenzen gesetzt. Die DAK bereite eine Rundmail an die angeschlossenen Betriebe vor, in der man nochmals auf die Umsetzungshilfen hinweise. Gegebenenfalls sollen weitere Features implementiert werden, die den Umgang mit der elektronischen Hilfsmittelplattform einfacher gestalten.

Die DAK sei sich bewusst, so Schlicht weiter, dass man mit dieser Ausrichtung die Hürde bezüglich der Datenqualität sehr hoch setzte. Dies sei jedoch unabdingbar, um für die Zukunft ein Instrument zu entwickeln, das für alle Beteiligten eine wesentliche Prozessoptimierung und -beschleunigung darstelle. Ein halbherziges elektronisches Verfahren, das den permanenten manuellen Eingriff verlange, kommt für die DAK nicht in Frage. Das Ziel sei, 80 bis 90 Prozent aller elektronischen Kostenvoranschläge über die automatisierte Prüfung abschließend zu bearbeiten und so den Versicherten und den Vertragspartnern innerhalb von Sekunden eine Entscheidung zukommen zu lassen. be