31. März 2010

Einheitliche Messwerte gefordert

Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG), die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) und diabetes-DE fordern einheitliche Verfahren zur Blutzucker-Selbstmessung. Bislang sind die dafür erforderlichen Messgeräte nach zwei unterschiedlichen Eichmethoden eingestellt.

„Das kann zu Fehlern in der Diabetestherapie führen“, warnen die Experten. Demnach träten Probleme insbesondere dann auf, wenn Patienten mit mehreren Messgeräten ihre Blutzuckerwerte bestimmten. Die neue Initiative hat das Ziel, dass Diabetiker ihre Blutzuckerwerte vergleichen können, wenn sie mit mehreren Geräten messen oder ihr Messgerät austauschen.

Die heute verfügbaren Systeme zeigen laut DDG die Messergebnisse entweder auf Grundlage des Vollblutes oder des Blutplasmas. „Aufgrund der unterschiedlichen Konzentration der Zuckeranteile in Plasma oder Vollblut ergeben sich abweichende Ergebnisse“, so die Initiative. Die Diabetesexperten fordern von den Herstellern eine einheitliche Eichung, so dass Patienten zukünftig ebenso zuverlässig und kontinuierlich ihre selber gemessenen Werte vergleichen können. Eine weitere Verwechslungsgefahr wäre durch einheitliche Systeme ebenfalls gebannt: Ärzte sprechen mit ihren Patienten angestrebte Blutzucker-Werte ab. Diese Kommunikation ist für Fehler anfällig, solange Messsysteme unterschiedlich sind.

Trotzdem muss kein Patient sein Messgerät austauschen: Alle auf dem Markt befindlichen Blutzuckergeräte können unbesorgt weiterverwendet werden. Die gemessenen Blutwerte sind bei beiden Messmethoden korrekt. Wenn Patienten wissen, auf welcher Basis ihre Messgeräte arbeiten, können sie heute schon umrechnen und vergleichen: Der Vollblutwert multipliziert mit dem Faktor 1,11 ergibt den Plasmawert. Wer nicht weiß, auf welcher Basis das eigene Blutzuckergerät misst, kann das bei der Servicehotline des Herstellers erfragen.