15. April 2010

DAK deckt Abrechnungsbetrug von 2,7 Mio. Euro auf

Die DAK verstärkt den Kampf gegen Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen. Die Ermittler der Krankenkasse deckten in den vergangenen zwei Jahren einen Schaden von 2,7 Millionen Euro auf. Im Vergleich zu den Vorjahren wurden die Geldrückflüsse um 19 Prozent gesteigert. Aktuell arbeiten die DAK-Experten an 2.000 Fällen. Die Zahl neuer Hinweise stieg um 15 Prozent.  

„Unser Ermittlungsreport 2008/2009 zeigt, dass in allen Leistungsbereichen Abrechnungen manipuliert werden“, sagt DAK-Chefermittler Volker zur Heide. „Die erkannten Fälle sind aber nur die Spitze eines Eisbergs. Das zeigen Sonderprüfungen in einzelnen Bereichen, durch die die Fallzahlen sprunghaft angestiegen sind.“ Beispielsweise wurden im Bereich Heilmittel durch eine bundesweite Datenanalyse über 700 Betrugsfälle aufgedeckt. Auch in anderen Bereichen sind in nächster Zeit gesonderte Ermittlungen geplant.

Das meiste Geld holte sich die DAK bei den Arzneimitteln zurück. Die Rückforderungen von insgesamt 2,7 Millionen Euro kamen zu 40 Prozent auf diesen Bereich. So wurde zum Beispiel in Zusammenarbeit mit anderen Kassen ein Fall aufgedeckt, in dem bundesweit 60 Apotheken bei der Abrechnung von teuren Krebsmedikamenten betrügen. Dabei wurden die Präparate illegal aus verschiedenen Ländern zu geringen Preisen importiert und zu den höheren in Deutschland üblichen Preisen mit den Krankenkassen abgerechnet. Der Schaden für die Kassen beläuft sich auf mehrere Millionen Euro. Die staatsanwaltlichen Ermittlungen dauern noch an.

Bei den Rückzahlungen folgten die Heilmittel mit 20 Prozent sowie Zahnärzte und Zahnersatz mit zehn Prozent. Die Ärzte landeten mit weniger als drei Prozent auf dem sechsten Platz. „Wir haben in unserem Report sowohl Fälle berücksichtigt, bei denen es sich um vorsätzlichen Abrechnungsbetrug mit kriminellem Hintergrund handelt, als auch Fälle, bei denen aufgrund von vertragswidrigem Verhalten Vertragsstrafen verhängt wurden“, erklärt zur Heide. „Geldrückflüsse aus der normalen Abrechnungsprüfung sind nicht enthalten.“ So entdeckte die DAK bei Krankenhausrechnungen allein 2009 fehlerhafte Forderungen in Höhe von rund 100 Millionen Euro.

Die DAK hat sich bei der Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen neu aufgestellt. Die Ermittlungsgruppe um Volker zur Heide wurde aufgestockt und verfolgt aus der Hamburger DAK-Zentrale alle Verdachtsfälle. Hierbei arbeiten die Experten eng mit anderen Kassen, den Vereinigungen der Kassenärzte und Kassenzahnärzte sowie der Kriminalpolizei und den Staatsanwaltschaften zusammen.