01. Dezember 2010

Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz veröffentlicht

Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat eine sogenannte Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) zum Theme „Kreuzschmerz“ veröffentlicht. Sie gibt Hilfen für die Versorgung von Patienten mit akutem, subakutem und chronischem nichtspezifischem Kreuzschmerz und richtet sich sowohl an Ärzte als auch an alle nichtärztlichen Berufsgruppen, die an der Versorgung beteiligt sind.

Die NVL Kreuzschmerz vereinbart evidenzbasierte Empfehlungen verschiedener deutscher und internationaler Leitlinien-Herausgeber. Großen Wert legten die Herausgeber auf die Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung. Deshalb beteiligten sich an der NVL Kreuzschmerz nicht nur über 20 ärztliche Organisationen und Patientenvertreter/-innen, sondern etwa auch der Deutsche Verband für Physiotherapie, der Deutsche Verband der Ergotherapeuten, die Bundespsychotherapeutenkammer sowie der Deutsche Rentenversicherung Bund. Durch die Empfehlungen sollen zum Beispiel diagnostische Maßnahmen ohne Konsequenzen vermieden, Chronifizierungen verhindert und die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit der Patientinnen und Patienten erhalten oder wiederhergestellt werden.

 Die NVL Kreuzschmerz gibt Empfehlungen zur Diagnostik, nicht-medikamentöser und medikamentöser Therapie sowie zur Prävention von nichtspezifischem Kreuzschmerz. Sie empfiehlt zum Beispiel, dass nach klinischem Ausschluss gefährlicher Verläufe durch Anamnese und guter körperlicher Untersuchung, im akuten Stadium keine bildgebende Untersuchung durchgeführt werden soll. Im Vordergrund steht die Aktivierung der Betroffenen.

Zur Früherkennung bedrohlicher Ursachen benennt die NVL Kreuzschmerz so genannte "red flags", die bei allen Patientinnen und Patienten beachtet werden müssen. Sie dienen dazu, eine potentiell gefährliche Erkrankungssituation zu erkennen und eine angemessene Abklärung und Behandlung einzuleiten.

Darüber hinaus listet die Leitlinie "yellow flags" auf – spezifische Warnhinweise, die psychosoziale Risikofaktoren anzeigen. Bei ihrem Vorliegen gibt sie Empfehlungen, wie beim Patienten/bei der Patientin ein adäquate, biopsychosoziales Krankheitsverständnis gefördert werden kann, um einer Chronifizierung vorzubeugen. Die Empfehlungen der NVL Kreuzschmerz sind als Langfassung und als Zusammenfassung veröffentlicht. Daneben erscheinen ein Leitlinienreport und Praxishilfen. Für das nächste Jahr plant das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) außerdem eine PatientenLeitlinie zu erstellen.

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