13. August 2010

Zusatzbeiträge führen zu Wanderungsbewegungen der Versicherten

Die Einführung von Zusatzbeiträgen hat die Mitgliederwanderung in der Gesetzlichen Krankenversicherung deutlich verstärkt. Dies berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die sich auf eine Statistik des Gesundheitsministeriums und der Kassenverbände stützt.

Gewinner der Wanderungsbewegungen seien die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) und die Techniker Krankenkasse (TK). Wie die FAZ berichtet, konnten sie ihre Versichertenzahlen um mehrere Hunderttausend steigern. Dagegen hätten einige Betriebs- und Ersatzkrankenkassen deutliche Verluste erlitten.

Die AOK, die bislang keinen Zusatzbeitrag erhoben hat, verzeichnet ein Plus von 510.000 Versicherten. Damit versichern die Ortskrankenkassen 24,2 Millionen der bundesweit 70 Millionen GKV-Versicherten.

Die Ersatzkassen, bislang der größte Kassenverband, haben bis Anfang Juni 60.000 Versicherte verloren, im Juni noch einmal 59.000. Mit 24,6 Versicherten lagen sie Ende Juni nicht mehr weit vor der AOK, stellt die FAZ heraus. Innerhalb der Ersatzkassen gibt es jedoch deutliche Unterschiede. Krankenkassen wie die DAK und die KKH-Allianz, die seit einigen Monaten Zusatzbeiträge verlangen, haben deutliche Mitgliederverluste. Andere Ersatzkassen legten zu. Am deutlichsten profitierte die Techniker Krankenkasse, die ihre Mitgliederzahlen um 238.000 auf 5,2 Millionen erhöhen konnte.

Die Betriebskrankenkassen erlitten ebenfalls Mitgliederverluste. Sie leiden unter der Einführung des einheitlichen Beitragssatzes, da sie vorher als besonders günstig galten. Die BKK Gesundheit, die größte BKK, hat etwa 20 Prozent ihrer Mitglieder verloren, seit sie einen Zusatzbeitrag von 8 Euro verlangt.

Die FAZ weist auf Warnungen von Fachleuten hin, die vorliegenden Daten fehlzudeuten. In der Bewertung der Zahlen müssen man auch kassenübergreifenden Fusionen berücksichtigen, in deren Licht Mitgliederverluste und –zuwächse teilweise anders zu bewerten seien.