06. Oktober 2010

Spectaris: Deutschland bleibt trotz steigender Exportquoten Schlüsselmarkt

Trotz Wirtschaftskrise konnten die rund 75 deutschen Hersteller orthopädischer Erzeugnisse (mit 50 Beschäftigten und mehr) ihren Umsatz in 2009 steigern. Mit 2,2 Milliarden Euro lag der Gesamtumsatz der Betriebe um rund acht Prozent über dem Vorjahresniveau. Diese Zahlen hat der Industrieverband Spectaris anlässlich der Fachmesse REHACARE veröffentlicht.

Das Wachstum fand dabei praktisch nur im Ausland statt, so Spectaris. Während der Inlandsumsatz mit 986 Millionen nur um drei Prozent zulegen konnte, stieg das Auslandsgeschäft um rund zwölf Prozent und erreichte einen Wert von 1,2 Milliarden Euro. Entsprechend der Entwicklung im In- und Ausland klettere die Exportquote auf 55 Prozent. Die Zahl der bei diesen Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter stieg um neun Prozent auf 13.700. Für das aktuelle Jahr erwartet der Verband eine vergleichbare Entwicklung im In- und Ausland.

Angesichts eines schwachen Inlandsmarktes mit weiterhin sinkenden Erträgen setzen die Unternehmen verstärkt auf das Auslandsgeschäft. Deutsche „Exportschlager“ waren im vergangenen Jahr vor allem künstliche Gelenke, Apparate und Geräte für die Ozon-, Sauerstoff- oder Aerosoltherapie, Beatmungsapparate zur Wiederbelebung sowie andere Apparate und Vorrichtungen für orthopädische Zwecke oder zum Behandeln von Knochenbrüchen. Doch trotz steigender Exportquoten: „Deutschland ist und bleibt der Schlüsselmarkt für die deutsche Hilfsmittelindustrie“, unterstrich Spectaris-Geschäftsführer Sven Behrens.

Im Jahr 2009 betrugen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Leistungen insgesamt mehr als 160 Milliarden Euro. Mit einem Wert von 5,2 Milliarden Euro lag der Anteil der Hilfsmittelausgaben bei 3,2 Prozent. Auf orthopädische Hilfsmittel entfielen Ausgaben in Höhe von rund 2,6 Milliarden Euro, auf Hilfsmittel besonderer Art knapp 1,7 Milliarden Euro. Die Gesamtausgaben für Hilfsmittel über allen Ausgabenträger hinweg lagen bei über 13 Milliarden Euro. Im 1. Halbjahr 2010 lag die Veränderung der GKV-Ausgaben für Hilfsmittel mit einem Plus von 2,9 Prozent deutlich unter der Steigerung der GKV-Gesamtausgaben, die im gleichen Zeitraum um 4,1 Prozent zulegten.