09. November 2010

Interdisziplinäre Behandlung reduziert Amputationen bei Diabetischem Fußsyndrom

Eine strukturierte Behandlung von Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom durch Ärzte, Podologen und Orthopädieschuhmacher kann große Fuß- und Beinamputationen verhindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die Dresdner Ärzte an 172 Patienten mit Duchblutungsstörungen durchführten.

Für die Studie waren die Patienten über ein Jahr lang beobachtet worden. 75 überlebten ohne Großamputation, durch die Behandlung von Druckstellen und Wunden sowie durch kleinere Amputationen konnten ihre Gliedmaßen gerettet werden. 20 Prozent starben, die restlichen 5 Prozent bekamen ein oder beide Beine amputiert.

Die Studie zeige, dass große Amputationen durch eine strukturierte, interdisziplinäre Behandlung durch ein spezialisiertes Team aus Ärzten, Schwestern, Physiotherapeuten, Podologen und Schuhmachern vermieden werden können, erklärte Prof. Sebastian Schellong, der die Studie leitete. Wichtig dafür seien die Mitarbeit der Patienten, die Sensibilisierung der Hausärzte und Kliniken und der Angehörigen. Auch die Krankenkassen müssten genauer aufgeklärt werden und ihr Behandlungsangebot entsprechend ausweiten.

Hier reiche das pauschale Vergütungssystem nicht aus, so Schellong. Bisher hätten die Krankenkassen auf die Bitte um Unterstützung nicht reagiert. „Es braucht eine Vergütung, die es gestattet, Ärzte, Schwestern und Podologen zu bezahlen“, mahnte Prof. Schellong. Die spezielle Behandlung könne den Anteil der Amputationen oberhalb des Fußgelenks von 50 auf zirka 10 Prozent reduzieren.