22. November 2010

Patientenbeauftragter spricht sich gegen "unnötige" Arzneimittelaufzahlungen aus

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (MdB) kritisiert, dass immer mehr Patienten  für verschreibungspflichtige Medikamente, für die ein Festbetrag festgelegt wurde, hohe Aufzahlungen leisten müssten, obwohl ihnen eigentlich Medikamente zum Festbetrag und damit aufzahlungsfrei angeboten werden müssten.

"Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass sie Aufzahlungen leisten müssen, weil die Medikamente, die zum Festbetrag erhältlich sein sollen, nicht lieferbar sind. Es ist nicht hinnehmbar, dass Patienten gezwungen werden, hohe Aufzahlungen für ihre Medikamente zu leisten, obwohl ein bestimmter Anteil der Medikamente zum Festbetrag erhältlich sein muss. Ich fordere daher alle Beteiligten auf, sicher zu stellen, dass Medikamente auch vor Ort zum Festbetrag zu bekommen sind", so Zöller.

Sei dies nicht möglich, so müsse über die Möglichkeit der Kostenerstattung der höheren Arzneimittelpreise durch die Krankenkasse diskutiert werden: "es darf nicht sein, dass Patienten die Mehrkosten tragen müssen, weil die Versorgung der aufpreisfreien Medikamente nicht flächendeckend sichergestellt wird", mahnte Zöller. In jedem Fall müssten die Patientinnen und Patienten frei und informiert wählen können, ob sie das Medikament zum Festbetrag nehmen oder eine Aufzahlung leisten wollen.