30. Dezember 2010

ZVOS geht mit Zuversicht ins neue Jahr

Nach einem schwierigen Jahr blickt man beim Zentralverband zuversichtlich in die Zukunft. Der von den Delegierten beschlossene Haushalt bei der Mitgliederversammlung am 26. November 2010 in Kassel biete die Grundlage für eine Weiterentwicklung der Verbandsarbeit.

Nach einem Minus im vergangenen Jahr wird der Haushalt des Zentralverbandes Orthopädieschuhtechnik im Jahr 2011 wieder ausgeglichen sein. Durch Austritte von Mitgliedsverbänden und erhöhte Personalkosten war eine Lücke entstanden, so dass ein Teil des Haushaltes aus dem Vermögen finanziert werden musste. In diesem Jahr, kündigte Geschäftsführer Oliver Dieckmann an, werde man die Kosten wieder durch die Beiträge decken könne. Zum einen habe man geringere Ausgaben, zum andere sorge die Erhöhung der Beiträge an den Zentralverband für die erforderlichen Mittel für die Arbeit des Verbandes. Der Haushalt habe sogar etwas Luft, so Dieckmann, so dass man für die zweite Jahreshälfte über eine Verstärkung der Geschäftstelle nachdenken könne beziehungsweise über Mittel verfüge, Beratungsleistungen einzukaufen.

Dennoch steht auch im kommenden Jahr ein sparsamer Umgang mit den vorhandenen Mitteln im Vordergrund. So sollen die Reisekosten der Vorstände reduziert werden indem manche Vorstandssitzungen per Videokonferenzen abgehalten werden. Nach Vorstellung des neuen Haushalts und Erläuterung der einzelnen Posten durch Oliver Dieckmann wurde der neue Haushalt von den Delegierten einstimmig angenommen.

Umzug nach Berlin noch offen
Ob der Zentralverband nach Berlin umzieht oder in Hannover bleibt, ist derzeit noch offen. Speziell zu dieser Frage hatte sich im September eine Arbeitsgruppe im ZVOS getroffen. Bezüglich der Kosten wäre ein Umzug machbar, berichtete ZVOS-Vizepräsident Reiner Schumacher. Dennoch wollte die Arbeitsgruppe keine Empfehlung für oder gegen eine Verlagerung der Geschäftsstelle geben. Zuerst, so Oliver Dieckmann müsse man genau die künftige Ausrichtung und die Aufgaben des Zentralverbandes definieren. Erst dann könne man eine Entscheidung fällen, ob ein Umzug nach Berlin notwendig oder sinnvoll ist. Hierzu soll es im Januar einen Strategieworkshop geben.

Vertragsverhandlungen
Nachdem er bei den letzten Versammlungen meist über schwierige Vertragsverhandlungen mit den Krankenkassen mit teils unbefriedigendem Ergebnis für das Handwerk berichten musste, konnte Vorstandsmitglied Hartmut Pieper in Sachen Verträge dieses Mal über positive Entwicklungen berichten. So sei die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) wegen eines bundesweiten Vertrages auf den Zentralverband zugekommen. In Kooperation mit anderen Innungen werde man für die Produktgruppe 31 ein Konzept ausarbeiten. Ein entsprechender Arbeitskreis sei bereits installiert und ein erstes Gespräch mit der DGUV habe schon stattgefunden. Pieper zeigte sich zuversichtlich, dass das Handwerk die Rahmenbedingungen dieses Vertrages mitgestalten kann.

Mit der Barmer/Gmünder Ersatzkasse und der Techniker Krankenkasse werde es im Frühjahr erste Gespräche wegen eines Vertrages zur PG 31 geben, kündigte Pieper an. Auch hier sei das Handwerk gefragt, ein eigenes Konzept zur Vertragsgestaltung zu entwickeln.

Lieber Festbetrag als Festzuschuss
Festbeträge bieten mehr Gestaltungsmöglichkeiten für Orthopädieschuhmacher als ein Festzuschuss, sagte Hartmut Pieper bezüglich der aktuellen Diskussion in der Hilfsmittelbranche. Beim Festbetrag, so Pieper, müsse sich die Kasse immer noch an einer Kalkulation orientieren, nach der tatsächlich ein Hilfsmittel gefertigt werden kann. Beim Festzuschuss fehle dieser Bezugspunkt, weshalb die Gefahr bestehe, dass der Zuschuss immer kleiner werde. Für manche Hilfsmittel seien Festzuschüsse vielleicht attraktiv, meinte Pieper. Der Vertragsausschuss des ZVOS sei jedoch zum Schluss gekommen, dass für die Leistungen der Orthopädieschuhtechnik der Festbetrag eine bessere Basis ist, um den Patienten eine Grundversorgung zu ermöglichen und höherwertige Leistungen anzubieten.

Wissensdatenbank ist online
Die Wissensdatenbank des Zentralverbandes ist startklar, berichtete Axel Härtig, Leiter des Ressorts Öffentlichkeitsarbeit beim ZVOS. In den nächsten Wochen sollen die zuständigen Kollegen aus den Innungen im Umgang mit der Technik geschult werden. Die Wissensdatenbank soll einerseits die Kommunikation des Zentralverbandes mit den Innungen und den einzelnen Betrieben verbessern, indem wichtigen Informationen und Unterlagen für jeden Betrieb schnell und einfach zugänglich sind. Auch den Innungen soll das neue System ein Hilfsmittel zur besseren Information ihrer Betrieb sein. So wird es möglich sein, dass die Innungen manche Informationen nur für ihre Mitglieder zugänglich machen. Zum besseren Kennenlernen der Technik bietet der Zentralverband an, dass die Wissensdatenbankund ihre vielfältigen Möglichkeiten auf Innungsveranstaltungen präsentiert wird.