10. Januar 2011

Eurocom: Wiedereinsatz von Knieorthesen problematisch

Schon 2006 warnte der Industrieverband Eurocom vor einem Wiedereinsatz von Knieorthesen. Jetzt sieht sich die Eurocom bestätigt. Denn wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nun erstmalig mitteilte, hat es im vergangenen Jahr in insgesamt 46 Fällen Probleme mit Orthesen für die unteren Extremitäten gegeben. In der Mehrzahl waren dies mechanische Probleme wie Brüche oder Lockerungen von Bauteilen und Funktionsstörungen.

Das, was vom BfArM jetzt gemeldet wird, sind hauptsächlich – vermeidbare – Verschleißerscheinungen“, erklärt Eurocom-Geschäftsführer Dr. Ernst Pohlen. Die können immer dann auftreten, wenn aus Kostengründen Knieorthesen mehrfach eingesetzt und nicht ordnungsgemäß wiederaufbereitet werden, so Pohlen. Der Leidtragende sei der Patient.

2006 hatte die Eurocom vom Universitätsklinikum Freiburg sowie der Ruhr-Universität Bochum in Studien untersuchen lassen, welche Probleme bei der Wiederaufbereitung von Knieorthesen entstehen können. Neben teils erheblichen Verunreinigungen mit pathogenen Keimen waren es vor allem funktionelle Störungen, die einen Wiedereinsatz gebrauchter Knieorthesen fragwürdig erscheinen ließen. Bei einem längerfristigen Einsatz dieser Orthesen bei mehreren Patienten sei die mechanische Belastung derart hoch, dass es irgendwann zu Verschleißerscheinungen komme. Die Folge: Brüche der Orthesen und unabsehbare Folgen für die betroffenen Patienten.

Die Eurocom fordert daher, dass Knieorthesen erst dann erneut eingesetzt werden, wenn sie zuvor gründlich überprüft und sachgemäß wieder aufbereitet wurden. Und das geschehe am besten dort, wo die Orthese ursprünglich gefertigt wurde: beim jeweiligen Hersteller.