22. März 2011

Keine Kostenübernahme für Teststreifen bei Diabetes Typ 2

Der Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gab in seiner 32. Plenumssitzung den Beschluss bekannt, dass Typ-2-Diabetiker ohne Insulintherapie nur noch in Ausnahmefällen Blutzuckerteststreifen auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet bekommen können. Der Beschluss liegt jetzt dem Bundesgesundheitsministerium vor. Patientenvertreter und der Verband der Diagnostica-Industrie kritisierten diesen Beschluss scharf.

Ohne Teststreifen können Diabetiker ihren Blutzucker nicht genau messen und somit nicht erkennen, ob der Blutzucker erhöht ist oder eine Unterzuckerung droht. Dies führt zu erheblicher Verunsicherung der Patienten und erschwert es ihnen, regulierende Maßnahmen zu ergreifen. Ein gut eingestellter Diabetes ist jedoch erforderlich, um Diabetes-Folgeschäden zu verhindern beziehungsweise einzuschränken.

Hunderttausenden gesetzlich krankenversicherte Typ-2-Diabetiker werde das wichtigste Instrument zum Selbstmanagement ihrer Erkrankung aus der Hand genommen, beklagte VDGH-Geschäftsführer Dr. Martin Walger. Der Verband appelliert an das Bundesgesundheitsministerium, die Entscheidung des G-BA wegen gravierender Fehler in der Beratung zu kippen. Sollte der G-BA-Beschluss nicht beanstandet werden, hätte er auch weitreichende Auswirkungen auf die Diabetes-Behandlungsprogramme (DMP): Das Thema Blutzuckerteststreifen würde in dem Fall nicht mehr Bestandteil der DMP sein. Laut G-BA-Vositzenden Hess tritt der Beschluss frühestens zum vierten Quartal 2011 in Kraft. Bis dahin würden nicht weniger, sondern eher besonders viele Teststreifen verordnet, so seine Prognose.