16. August 2011

Qualitätsverbund Hilfsmittel warnt vor reinem Preiskampf bei Ausschreibungen

Der Qualitätsverbund Hilfsmittel e.V (QVH) warnt davor, dass bei Ausschreibungen von Krankenkassen der Faktor Qualität auf der Strecke bleibe, wenn nur noch das billigste Angebot den Zuschlag erhalte. Dies führe zu einem "ruinösen Wettbewerb". Der QVH beruft sich dabei auf einen aktuellen Fall, bei dem eine Krankenkasse die Versorgung mit Inhalations- und Atemtherapiegeräten der Produktgruppe 14 ausgeschrieben hat. Dabei sei einziges Zuschlagskriterium der niedrigste Preis.

Darüber hinaus wird in der Ausschreibung eine Präqualifizierungsbestätigung oder die Vorlage entsprechender Nachweise verlangt. Dies stelle jedoch lediglich sicher, dass grundsätzliche Strukturen im Unternehmen vorhanden sind, kritisiert die QVH. Konkrete Anforderungen und Maßnahmen zur Sicherstellung der Ergebnisqualität kämen in der aktuellen Ausschreibung nicht vor. Welche Versorgungsqualität bei den Versicherten ankommen soll, bleibe völlig offen.

„Der Preis darf nicht das alleinige Kriterium sein. Eine ausschließliche Fixierung auf den Preis führt zu einem ruinösen Wettbewerb, der in erster Linie zu Lasten der Versorgungsqualität geht. Dieser Wettbewerb wird unnötig auf dem Rücken der betroffenen Menschen ausgetragen, die diese Leistungen dringend brauchen“, so die Kritik des QVH.

Der QVH fordert deshalb, die Diskussion über Qualitätsstandards in der Hilfsmittelversorgung zu intensivieren. Ziel müsse ein bundesweiter Konsens zur Definition des Qualitätsbegriffes für jeden einzelnen Bereich der Hilfsmittelversorgung sein. Nur auf diesem Wege könne für alle Beteiligten klar werden, was der Betroffene erwarten könne, was der Leistungserbringer liefern müsse und was die Krankenkassen in Ausschreibungen fordern oder in Verträgen vereinbaren müssen. Letztendlich gehe es darum, Qualitätsanforderungen zu definieren, deren Einhaltung zu überwachen und Transparenz darüber herzustellen.

Der Verbund ruft die Krankenkassen auf, die vorhandenen QVH-Qualitätsstandards in Ausschreibungen und Verträge einfließen zu lassen und über die Fortschreibung dieser Standards mit allen an der Versorgung Beteiligten, also Patienten, Behinderten, Ärzten, Leistungserbringern und Herstellern, zu diskutieren. Der QVH erklärte sich bereit, diesen Dialog zu moderieren, die Ergebnisse zu formulieren und transparent zu machen.