21. Juni 2011

orthonet-NRW: "Regelleistungsvolumina der nordrheinischen Orthopäden im freien Fall"

Mit den aktuellen Bescheiden zu den Regelleistungsvolumina (RLV) habe die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) bei den Orthopäden blankes Entsetzen ausgelöst, bekundet das Ärtzenetzwerks orthonet NRW. Mit der Streichung der bisherigen zusätzlichen Stützung der orthopädischen Fachgruppe sinke das RLV im dritten Quartal um mehr als 10 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal. Die Orthopäden des Ärztenetzwerks prüfen nun rechtliche Schritte.

Nach den aktuellen Bescheiden beträgt die Fallpauschale nun 21,03 Euro. Da der Beschluss des Bewertungsausschusses der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) eine Stützung einzelner Gruppen – und ausdrücklich auch der Orthopäden – für notwendig hielt, die KVNo dem nun nicht mehr Folge leistet, hält orthonet NRW die Prüfung rechtlicher Schritte für angebracht.

„Es ist ein weiterer dramatischer Umsatzrückgang für jeden einzelnen Orthopäden in Nordrhein“, verdeutlicht Dr. Ulrich M. Reinecke, Vorstand des Ärztenetzwerks orthonet-NRW. „Der Wegfall der zusätzlichen Stützung der orthopädischen Fachgruppe ab dem dritten Quartal 2011 ist so nicht zu akzeptieren.“

Bisher wurden die Orthopäden Nordrheins in jedem Quartal mit etwa zwei Millionen Euro zulasten des Honorartopfs aller Fachärzte gestützt. In Frage kam die Konvergenzzahlung für Praxen, die mehr als 15 Prozent Honorar oder Fallwert gegenüber dem ersten Quartal 2008 verloren. Neu bei der KVNo ist, dass alle Stützungsmaßnahmen für Benachteiligte und durch EBM-Verwerfungen besonders betroffene Fachgruppen, wie Orthopäden und HNO-Ärzte, künftig entfallen. Im Gegenzug dazu beabsichtigt die KVNo in alle Fachgruppen eine Stützung für Praxen einzuführen, die zehn Prozent Fallwert oder Gesamthonorar einbüßen.

„Die zehnprozentige Konvergenzphase können wir nicht als ausreichenden Ersatz akzeptieren, insbesondere da sie allen Fachgruppen zur Verfügung steht und wir als stark betroffene Fachgruppe nicht wie von der KBV gefordert separat gestützt werden“, so Reinecke.