04. Juli 2011

Gesundheitswirtschaft: DIHK warnt vor Fachkräftemangel in der Gesundheitsbranche

Die Gesundheitswirtschaft geht gestärkt und mit einer ungebrochen positiven Einschätzung der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in den Sommer. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in einer aktuellen Sonderauswertung seiner Konjunkturumfrage Frühsommer 2011. Allerdings beklagen 43 Prozent der Unternehmen einen wachsenden Fachkräftemangel.

Die Erhebung zeige in aller Klarheit, dass die Branche "eines der Zugpferde der deutschen Wirtschaft sei", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann der "Berliner Zeitung". "Die Geschäftslage der Betriebe hat sich weiter verbessert, die Exporte boomen, und die Investitionspläne sind erneut ausgeweitet worden."

Doch lege die gute Entwicklung auch offen, welche Bremsen angezogen seien, so der DIHK-Präsident. An erster Stelle stehe der wachsende Fachkräftemangel. In ihm sähen 43 Prozent der Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft das größte Risiko für ihre künftige wirtschaftliche Entwicklung. Das ist eine deutlich höhere Quote als noch Anfang 2010 (30 Prozent) und auch als aktuell in der Gesamtwirtschaft.

34 Prozent der Betriebe aus der in weiten Teilen sehr arbeitsintensiven Branche sieht zudem in den Arbeitskosten einen großen Risikofaktor. Driftmann: "Dies sollte ein Fingerzeig für die Politik sein, etwa im Zuge der Reform der Pflegeversicherung endlich von der lohnorientierten Beitragsbemessung abzukommen und auf pauschale Prämien umzusteigen – verbunden mit einem Sozialausgleich für diejenigen, die die Prämien nicht finanzieren können."