28. September 2011

Demographische Entwicklung führt zu Ausgabensteigerung bei Heil- und Hilfsmitteln

Die demographische Entwicklung treibt die Ausgaben im Heil- und Hilfsmittelmarkt - so lautet ein Ergebnis des Heil- und Hilfsmittelreports 2011 der Barmer GEK. Fast sieben Prozent der Gesamtkosten entfallen mittlerweile auf Heil- und Hilfsmittel. Die Heilmittel hatten 2010 einen Anteil von rund 3,2 Prozent an den Gesamtausgaben der Barmer GEK, die Hilfsmittel von 3,5 Prozent (GKV gesamt: Heilmittel 2,8 Prozent, Hilfsmittel 3,6 Prozent).

Bei 573 Millionen Euro gab Deutschlands größte Krankenkasse im vergangenen Jahr rund 7,8 Prozent mehr für Heilmittel aus als im Vorjahr. Die Ausgaben für Hilfsmittel stiegen um 5,1 Prozent auf 666 Millionen Euro. Pro Versichertem ergab sich ein Plus von 4,4 Prozent bei Heilmitteln und 1,9 Prozent bei Hilfsmitteln. In der GKV insgesamt wurden 6 Milliarden Euro für Hilfsmittel und 4,6 Milliarden Euro für Heilmittel aufgewandt.

Damit setze sich der Trend fort, dass die Heil- und Hilfsmittelausgaben kontinuierlich zulegen, so die Barmer GEK.  Zwischen 2004 und 2010 verzeichnen Heilmittel in der GKV einen Anstieg um 26,4 Prozent, Hilfsmittel um 14,7 Prozent. „Die demographische Entwicklung und technische Innovationen treiben die Ausgaben in beiden GKV-Marktsegmenten kontinuierlich nach oben. Wir müssen aufpassen, dass dabei die Versorgungsqualität nicht auf der Strecke bleibt", warnt Studienautor Professor Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen (ZeS). Offenbar bleibe Versorgungspotential ungenutzt. Ein evidenzbasierter Einsatz könne erhebliche Effizienzreserven heben, so Glaeske.

Hinweise für einen ineffizienten bzw. medizinisch fragwürdigen Einsatz von Beitragsgeldern fanden die Autoren vom ZeS in beiden Bereichen. Glaeske sieht einen Lösungsansatz in einer ausgeweiteten Gesundheitsberichterstattung. „Sie kann Grundlage für Bedarfsanalysen und eine Qualitätsanalyse sein, die eine Steuerung nicht nur über Preise, Budgets und Leistungsvolumina, sondern auch über Qualitätsindikatoren erlaubt," so Glaeskes Meinung.