28. Januar 2015

Osteopathen fordern Anerkennung ihres Berufs

Die Osteopathie gewinnt immer mehr Aufmerksamkeit – aber in Deutschland gibt es den Beruf des Osteopathen nicht. Mit einer bundesweiten Unterschriftenaktion setzt sich der Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V. für die Anerkennung des Berufes und einheitliche Ausbildungsinhalte ein. VOD-Mitglieder trommeln am 31. Januar von 10 bis 14 Uhr am VOD-Stand vor dem Bundesgesundheitsministerium Friedrichstraße/Ecke Johannisstraße in Berlin für dieses Ziel und klären über die ganzheitliche Medizin auf, die nur mit den Händen ausgeführt wird.

Mehr als 84 000 Unterschriften für die Berufsanerkennung überreicht VOD-Vorsitzende Prof. Marina Fuhrmann M.Sc. (USA) Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe dann am 2. Februar – unter ihnen auch die von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Wissenschaftsminister Boris Rhein, Ski-Rennläufer Felix Neureuther, Biathletin Miriam Gössner und Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok.

Deutschland hinke der Entwicklung im internationalen Vergleich hinterher, so der VOD. Die derzeitige Situation sei gekennzeichnet durch fehlende Qualitätssicherung für Patienten, mangelnde Rechtssicherheit für Therapeuten und Intransparenz für Versicherte.

Dabei habe Osteopathie enormes Potential, wie der Verband mit folgenden Aussagen belegt:

  • Rund 10 000 praktizierende Osteopathen in Deutschland haben etwa 20 Millionen Patientenkontakte pro Jahr
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2009 den Beruf Osteopath mit Primärkontakt neben dem osteopathischen Arzt betätigt
  • Die Wirksamkeit der Osteopathie ist mittlerweile durch zahlreiche klinische Studien erwiesen
  • mehr als 100 gesetzliche Krankenkassen erstatten Behandlungskosten anteilig.
  • Osteopathie entlastet das Gesundheitssystem, denn:
  • erste Auswertungen von Krankenkassen belegen eine bis zu 50 prozentige Kostenersparnis
  • durch ihre umfassende, breite medizinische Ausbildung im Sinne der Differentialdiagnostik können Osteopathen die Folgen des Hausärztemangels abmildern

Die Berufsanerkennung durch eine bundesgesetzliche Regelung mit einheitlichen Standards und Ausbildungsinhalten soll Transparenz sowie Rechts- und Qualitätssicherheit schaffen.

Der Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) wurde 1994 in Wiesbaden gegründet und hat 3600 Mitglieder.