23. Mai 2012

BÄK: Fangprämien-Vorwürfe zurückgewiesen


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Zum Auftakt des 115. Deutschen Ärztetages am 22. Mai in Nürnberg hatte der GKV-Spitzenverband eine Umfrage zu sogenannten Fangprämien vorgestellt. Demnach haben Ärzte Prämien dafür angenommen, dass sie Patienten an bestimmte Leistungserbringer verwiesen hätten (siehe verhergehende Meldung). Die Bundesärztekammer (BÄK) hat die Vorwürfe umgehend zurückgewiesen.

Das Statement von BÄK-Präsident Dr. Frank Ulrich Montgomery zu den Vorwürfen des GKV-Spitzenverbandes:

"Der Versuch der Krankenkassen, zeitgleich zur Eröffnung des Deutschen Ärztetages, eine Skandalisierung des ärztlichen Berufstandes zu initiieren, ist gleichermaßen platt wie populistisch. Seriös wäre es gewesen, jeden einzelnen Verdachtsfall umgehend der Ärztekammer zu melden, damit diese eine sachliche und fachliche berufsrechtliche Überprüfung und gegebenenfalls ein Berufsgerichtsverfahren einleiten kann. Denn auch die Kassen sollten wissen, dass die Berufsordnung es Ärztinnen und Ärzten klipp und klar verbietet, für die Zuweisung ein Entgelt oder andere Vorteile zu fordern. Mittlerweile hat auch der Gesetzgeber eine dem ärztlichen Berufsrecht vergleichbare Regelung in das SGB V aufgenommen.

Da erstaunt es schon, dass die Krankenkassen niemals die Berufsgerichte bemühen, sondern lieber pauschale Verdächtigungen ausstreuen. Wenn die Krankenkassen aber nicht Roß und Reiter nennen wollen, sondern lieber mit nebulösen Anschuldigungen polemische Politik machen, dann ist das schon sehr bezeichnend für die Unternehmenskultur der Krankenkassen. Ihnen geht es um eine Diffamierung der Gesamtärzteschaft, nicht um Sachaufklärung und schon gar nicht um Verbesserungen. Ob sie damit ihrem gesetzlichen Auftrag nachkommen, darf mehr als bezweifelt werden."