17. August 2012

Forscher vernetzen Hilfsmittel, Fahrzeuge und Gebäude zu Assistenzsystem


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Mobil zu bleiben, fällt vielen älteren Menschen schwer. Wissenschaftler und Unternehmen entwickeln nun in dem Forschungsprojekt "PASSAge" ein Assistenzsystem, das Haustechnik, Hilfsmittel wie Rollatoren, speziell ausgerüstete Car-Sharing-Autos und öffentliche Verkehrsmittel miteinander verbindet. Darüber hinaus soll ein „Healthphone“ Gesundheitsdaten auswerten, Empfehlungen für die passende Mobilitätsform geben und notfalls Kontakt zu Hilfsdiensten herstellen.

Einsatzbereit sein soll künftig eine Flotte von Kleinstwagen, die mit verschiedenen Funktionen auf hilfsbedürftige Nutzer eingestellt ist. Da eine Umrüstung des eigenen Autos sehr teuer wäre, planen die Forscher ein Car-Sharing-System. Die Mobilität erleichtern soll zudem die Vernetzung der einzelnen Fortbewegungsmittel untereinander und mit neuen Assistenzmodulen der Wohnung. Vom Rollator aus könnte man dann die Auto- und die Haustür öffnen lassen oder einzelne Möbel steuern, wie beispielsweise höhenverstellbare Schränke.

Bedienen können die Nutzer diese Funktionen über ein Smartphone, das als Zentrale mit allen Elementen des Systems in Verbindung steht, Daten austauscht und verarbeitet. Gleichzeitig wird das Smartphone zum „Healthphone“. In den verschiedenen Hilfsmitteln und Fahrzeugen werden die Forscher Biosensoren installieren, die Gesundheitsdaten wie Blutdruck, Blutzucker oder Atemfrequenz messen und langfristig auswerten. Über das Gesundheitstelefon bekommen die Nutzer dann Tipps, wie und womit sie sich bewegen sollten.

Das Projekt PASSAge (Personalisierte Mobilität, Assistenz und Servicesysteme in einer alternden Gesellschaft) wird von der Technischen Universität München (TUM) und der Firma Citysax koordiniert und wird Projekt wird mit circa zwei Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert, das Gesamtvolumen liegt bei 3,9 Millionen Euro. Bei der TUM beteiligen sich drei Lehrstühle - Baurealisierung und Baurobotik, Verteilte Multimodale Informations­verarbeitung, Präventive und Rehabilitative Sportmedizin – an dem Projekt.