08. April 2013

BDSE gegen neuen EU-Vorstoß für "made in"


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Erst vor Kurzem hatte die EU die „made in“-Kennzeichnung vom Tisch genommen. Nun brachte die EU-Kommission die verpflichtende Ursprungskennzeichnung mit dem Entwurf einer Verordnung über die „Sicherheit von Verbraucherprodukten“  auf anderem Wege wieder auf den Tisch. Artikel 7 dieses Entwurfs sieht vor, dass Produkte eine Angabe ihres Ursprungslands tragen müssen - das würde dann auch für Schuhe gelten. Dagegen sprach sich der BDSE deutlich aus.

Die unterschwellig in dem - von südeuropäischen Herstellerverbänden begrüßten - Papier vorhandene Gleichsetzung „europäischer Ursprung = risikofreie Ware“ sei nicht nur in Zeiten der globalen Warenflüsse unzulässig protektionistisch, sondern auch falsch, meint der BDSE. Der Verband hat sich daher immer – im Einklang mit dem Industrieverband HDS - gegen eine verpflichtende Ursprungs-Kennzeichnung ausgesprochen. Er werde auch weiterhin über seinen Handels-Dachverband HDE, seine Mitgliedschaft im europäischen Schuheinzelhandelsverband CEDDEC und über die europäische Vertretung des Handels in EuroCommerce gegen dieses Vorhaben argumentieren, kündigt der BDSE an.

Es sei zu befürchten, dass über eine verpflichtende Ursprungskennzeichnung außerhalb der EU gefertigte Schuhe in der Verbrauchersicht abgewertet würden, und das zu Unrecht, so der BDSE. Immerhin drei Viertel des Schuhbedarfs in Deutschland werden in asiatischen Werken produziert. Lediglich etwa 5 Prozent der hierzulande verkauften Schuhe sind in Deutschland hergestellt, davon viele nur noch im Rahmen der Endmontage mit im Ausland vorproduziertem Oberschuh. Dies, meint der BDSE, sei das Ergebnis einer von vielen Schuhmarken frühzeitig eingeleiteten internationalen und effizienten Arbeitsteilung, die letztlich auch den Verbrauchern zugutekomme. Ein Prozess, den die südeuropäische Schuhindustrie weitgehend verschlafen habe und seit Jahren über protektionistische Einflussnahme auf die Brüsseler Politik zu „korrigieren“ versuche.

Entscheidend ist nach Meinung des BDSE aber nicht der Ort der Fertigung, sondern wo und bei wem die Verantwortung für Qualität und Qualitätsüberwachung, Passform und Design liegen. Diese „Made in Germany“-Version wäre nach dem derzeitigen EU-Entwurf aber nicht möglich.