19. April 2013

Korruption im Gesundheitswesen: ver.di fordert Schutz für ‚Whistleblower’


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Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Bundesregierung aufgefordert, wesentlich entschiedener gegen Korruption im Gesundheitswesen vorzugehen als bisher. Vor allem müssten Beschäftigte besser geschützt werden, die als Tippgeber helfen, Bestechung und Vorteilsnahme aufzudecken.

„Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die gegen Korruption und Abrechnungsbetrug kämpfen, müssen arbeitsrechtlich auf der sicheren Seite sein. Deshalb fordern wir ein ‚Whistleblower‘-Schutzgesetz“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler anlässlich der am morgigen Mittwoch stattfindenden Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags.

Vor dem Hintergrund mehrerer "spektakulärer" Korruptionsfälle in den vergangenen Monaten mahnte Bühler mehr Transparenz über das Leistungsgeschehen und die Leistungserbringung im Gesundheitswesen an. „Patientinnen und Patienten müssen sich bei der ärztlichen Behandlung darauf verlassen können, dass die Maßnahmen vor allem ihrer Gesundheit dienen und nicht allein der Befriedigung wirtschaftlicher Interessen unterschiedlicher Akteure“, betonte Bühler. Zudem fehle das Geld, das durch Korruption verloren gehe, für eine hochwertige Versorgung und eine ausreichende Personalausstattung. Oberstes Ziel der Politik müsse es sein, das Vertrauen in das Gesundheitswesen wieder dauerhaft herzustellen.