03. Juni 2013

Integrationsgipfel: Handwerk fordert Vorrang für betriebliche Ausbildung

Das Übergangssystem zwischen Schule und Ausbildung muss praxisnäher werden. Das fordert ZDH-Präsident Otto Kentzler gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (28. Mai 2013). Dabei weist er auf die betriebliche Einstiegsqualifizierung als geeignetes Instrument gerade für schwache Schulabgänger hin. Um Nachwuchs mit Migrationshintergrund für das Handwerk zu gewinnen, erfolge die Beratung schon in jeder zweiten Handwerkskammer durch Mitarbeiter mit Migrationshintergrund.

"Das Übergangssystem zwischen Schule und Ausbildung muss praxisnäher werden. Nicht der weitere Verbleib an einer Schule, nein, die Vorbereitung auf eine berufliche Ausbildung und die Vermittlung an einen Ausbildungsbetrieb muss im Vordergrund stehen", fordert Kentzler.

Im Ausbildungspakt sei mit der Einstiegsqualifizierung dafür bereits ein erfolgreiches Instrument geschaffen worden. Bis zu 12 Monate können sich Betrieb und Ausbildungsbewerber/-in so kennenlernen, im Erfolgsfall kann das Gelernte auf die folgende Ausbildung angerechnet werden. Doch die bei den Betrieben eingeworbenen Plätze für eine Einstiegsqualifizierung bleiben häufig unbesetzt. Die Politik sei daher gefordert, den Einstiegsqualifizierungen einen höheren Stellenwert im Übergangssystem beizumessen.

Das gelte insbesondere für Migranten, bei denen fast ein Drittel der 25-35jährigen ohne Berufsabschluss bleiben. Häufig auch, weil sie den Weg in eine Einstiegsqualifizierung nicht gegangen seien, betonte Kentzler. Dabei sei dieses Instrument  besonders für Schulabgänger mit schwachem Schulzeugnis gut geeignet, da diese sich in der Praxis beweisen und bewähren können.

Mittlerweile sprechen bereits 80 Prozent aller Handwerkskammern gezielt Migranten für eine Ausbildung an, teilt der ZDH mit.