04. Juli 2013

Nationale Gesundheitsstudie beginnt

Walter Reich/pixelio

Anzeige

Die bisher größte medizinische Gesundheitsstudie Deutschlands startet. Ab Anfang 2014 werden 400.000 per Zufallsprinzip ausgewählte Bürgerinnen und Bürger zwischen 20 und 69 Jahren per Brief gefragt, ob sie sich an der Studie zur Erforschung von Volkskrankheiten beteiligen wollen. Es ist vorgesehen, dass insgesamt rund 200.000 Menschen zwischen 20 und 69 Jahren an der Studie teilnehmen können. Über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren sollen durch die sogenannte "Nationale Kohorte" neue Erkenntnisse über den Einfluss von genetischen Faktoren, Umweltbedingungen, sozialem Umfeld und Lebensstil auf die Entstehung von Volkskrankheiten wie Diabetes, Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs gewonnen werden.

Von den Ergebnissen der Studie erhofft sich die Wissenschaft neue Erkenntnisse zu den Risikofaktoren, die zur Entstehung von Volkskrankheiten beitragen. Man erhofft sich, Wege einer wirksamen Vorbeugung zu erschließen und die Früherkennung von Krankheiten zu verbessern.

Die teilnehmenden Frauen und Männer werden in einem der 18 Studienzentren medizinisch untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten und Lebensumständen befragt. Darüber hinaus werden ihnen Blutproben entnommen und für spätere Forschungsprojekte in einer zentralen Bioprobenbank gelagert. Nach 5 Jahren werden alle Teilnehmer erneut zu einer Untersuchung und Befragung in die Studienzentren eingeladen. Im Laufe der Nachbeobachtung über 10-20 Jahre werden bei einigen Teilnehmern naturgemäß bestimmte Erkrankungen auftreten, die dann mit den erhobenen Daten in Verbindung gebracht werden können.

Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und wird in Form der Einwilligungserklärung dokumentiert. Die Teilnehmer haben zu jeder Zeit das Recht, ihre Teilnahme mit oder ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Sie können festlegen, ob sie über Ergebnisse der Untersuchungen informiert werden wollen.

Ein unabhängiger Beirat soll die Einhaltung der ethischen Standards überwachen. Für die Studie wurde ein Datenschutz- und IT-Sicherheitskonzept erarbeitet, das vom Bundesdatenschutzbeauftragten positiv bewertet wurde.

Finanziert wird die Studie durch das BMBF, die 14 beteiligten Länder und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren mit insgesamt 210 Millionen Euro. 13 Universitäten, vier Helmholtz-Zentren, vier Leibnitz-Institute und zwei Ressortforschungseinrichtungen sind beteiligt. Mit dieser Forschungsinitiative soll die Epidemiologie in Deutschland den Anschluss an die internationale Spitzenforschung erhalten.

Weitere Infos unter: http://www.nationale-kohorte.de/