16. Juli 2013

Lehrer an die Werkbank: Handwerkstag begrüßt Vorstoß des Kultusministers


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Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle hat den Vorstoß von Kultusminister Andreas Stoch begrüßt, vor allem für Gymnasiallehrer in Baden-Württemberg Betriebspraktika einzuführen.

Mit der Bildungsplanreform 2015 und dem geplanten neuen Fach Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung sowie dem Leitprinzip der Beruflichen Orientierung kämen ohnehin neue Aufgaben auf die Lehrer zu, auf die sie vorbereitet werden müssten, sagte Möhrle. Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) werbe seit langem für mehr Verständnis für die Wirtschaft und vor allem für die Vielfalt der Möglichkeiten und Karrierewege der dualen Ausbildung.

Wenn spätere Lehrkräfte von der eigenen Schule an die Hochschule gingen und wieder an die Schule zurückkehrten, ohne auch andere Berufsfelder kennenzulernen, dann sei ihr Erfahrungsschatz notgedrungen begrenzt. „Nur wer selber die Arbeitswelt kennt und versteht, kann dies auch seinen Schülern vermitteln.“

Das Handwerk biete bereits heute Fortbildungen an, in denen Lehrer alles Wissenswerte für die Berufsorientierung an der Schule erfahren und selbst an der Werkbank schaffen können. Leider sei die Resonanz eher bescheiden. Seien es doch neben den Eltern gerade die Lehrkräfte, die bei der Berufswahl die wichtigen Entscheidungshilfen geben. Sie müssten deshalb zum Beispiel wissen, welche Perspektiven das Handwerk in mehr als 130 Ausbildungsberufen bietet, dass auch in der Ausbildung die Fachhochschulreife erworben werden kann und dass mit dem Meister der Hochschulzugang offen steht. Eine fundierte berufliche Orientierung könne zudem dazu beitragen, Ausbildungs- und Studienabbrüche zu vermeiden.

Von einer Zwangsverpflichtung der Lehrer rät Möhrle allerdings ab. Sinnvoller sei, solche Angebote als festen Bestandteil der Lehrerausbildung zu integrieren.