01. August 2013

Positionspapier des ZVOS: Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2013

Der Zentralverband für Orthopädieschuhtechnik (ZVOS) hat ein Positionspapier mit „Wahlprüfsteinen“ für die Bundestagswahl 2013 veröffentlicht. Darin formuliert der Verband die wichtigsten Anliegen der Orthopädieschuhtechnik und fordert für deren Umsetzung die Unterstützung von Politik und Selbstverwaltung.

Zunächst stellt der ZVOS die wichtigsten Leistungen der Orthopädieschuhtechnik voran und weist darauf hin, dass sie zusammen mit anderen Gesundheitshandwerken einen unschätzbaren Beitrag für die Mobilität und Gesundheit der Menschen leiste und viele Krankheiten positiv beeinflusse, beispielsweise durch die Verhinderung der Amputation bei Diabetischem Fußsyndrom. Zudem seien die 24 000 Unternehmen der Gesundheitshandwerke als Arbeitgeber und Aus- und Fortbilder ein wichtiger struktur- und regionalpolitischer Stabilitätsfaktor; mit der bestehenden Vollbeschäftigung sei die Orthopädieschuhtechnik ein Beruf mit Zukunft.

Um auch zukünftig eine hochwertige Versorgung sicherzustellen, fordert das Gesundheitshandwerk Orthopädieschuhtechnik von der Bundesregierung sowie von Politik und Selbstverwaltung allgemein die Unterstützung bei folgenden Anliegen (hier zusammengefasst, im Positionspapier genauer ausgeführt):

  • Verstärkte Korruptionsbekämpfung
    Die Gesundheitshandwerke fordern weiterhin eine strikte Bekämpfung von Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen. Die Überarbeitung des § 128 SGB V im Rahmen des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes sei ein wichtiger Schritt dazu gewesen. Weitere konsequente gesetzliche Maßnahmen erachten die Gesundheitshandwerke als zwingend.
  • Leistungsgerechte Beteiligung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)
    Um den Einfluss in der Selbstverwaltung zu stärken, fordern die Gesundheitshandwerke, dass ihnen - z.B. als Mitglieder in vorbereitenden Ausschüssen - ein frühzeitiges Mitspracherecht eingeräumt wird oder sie bei Hilfsmittel-Themen beratend hinzugezogen werden, da die Hilfsmittelrichtlinien mittlerweile nicht nur mittelbar, sondern auch unmittelbar für die Gesundheitshandwerke gelten.

  • Vertragspreise und Festbeträge müssen ausreichend, wirtschaftlich und auskömmlich kalkuliert sein
    Vertragspreise mit Kostenträgern z. B. für orthopädische Schuhe sowie Festbeträge z. B. bei Einlagen stehen für das Festhalten am Sachleistungsprinzip in der Hilfsmittelversorgung, heißt es in dem Positionspapier. Sie seien insbesondere dann notwendig, wenn Hilfsmittel handwerklich-individuell erstellt werden. „Um auch zukünftig wirtschaftlich arbeiten zu können, müssen Festbeträge realistisch und ausreichend kalkuliert werden. Des Weiteren müssen Festbeträge schneller als bisher aufgrund von veränderten Markt- und Rechtssituationen angepasst werden.“
  • Höherpositionierung durch Übertragung ärztlicher Leistungen auf die Gesundheitshandwerke
    Um der Unterversorgung besonders im ländlichen Raum zu begegnen, sollte die Übertragung ärztlicher Leistungen auf die Gesundheitshandwerke erprobt werden, fordert das Positionspapier. Dafür bedürfe es weiterer gesetzlicher Lösungen.
  • Entbürokratisierung
    Die Gesundheitshandwerke weisen darauf hin, dass das Prozedere mit 130 Krankenkassen und extrem umfangreichen Verträgen und Vertragsverhandlungen Ressourcen der Gesundheitshandwerker sowie der Landes- und Bundesinnungen in unzumutbarer Weise binden. Ebenso kritisieren sie die oft unnötige Einschaltung des MDK und uneinheitliche Abrechnungs- und Formularregelungen der Kostenträger. „Wir fordern im Sinne des Patienten und der deutschen Volkswirtschaft Entbürokratisierung und die Umsetzung der Regelungen des Versorgungsstrukturgesetzes seitens des GKV-Spitzenverbandes“, so der ZVOS.
  • Prävention
    Der ZVOS fordert Präventionsprogramme und die sozialrechtliche Installation von Möglichkeiten der rechtzeitigen orthopädieschuhtechnischen Intervention. Denn durch die Leistungen der Orthopädieschuhtechnik könne Mobilität erhalten und gefördert sowie Fehlhaltungen und Bewegungseinschränkungen verhindert werden; durch die korrekte Ausrichtung und Unterstützung des Fußes die meisten Knie- und Rückenschmerzen verhindert oder behoben werden.

Zum Download des Positionspapiers des ZVOS