14. Oktober 2013

Neues Online-Portal: Krankenkassenkummerkasten


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Der Bundesverband niedergelassener Fachärzte (BVNF) hat das Online-Portal 'krankenkassenkummerkasten.de' gestartet. Auf der Website können Patienten, aber auch Angehörige, Ärzte, Pflegepersonal und nichtärztliche Leistungserbringer, Fälle schildern, in denen Leistungen von den Kostenträgern vorenthalten wurden. Der BVNF erhofft sich dadurch nach eigenen Angaben eine Verbesserung der Versorgung für Patienten, wenn diese Probleme größere Aufmerksamkeit erhalten.

BVNF-Sprecher Dr. Wolfgang Bärtl erklärte, es solle sich nicht um einen "mittelalterlichen Pranger zur Bloßstellung und Bestrafung von Krankenkassenverfehlungen" handeln. Vielmehr gehe es dem Verband darum, dass sich Betroffene austauschen und informieren können.

Versicherte können auf der Website ihren Fall der entsprechenden Krankenkasse zuordnen. Die Portalbetreiber achten nach eigenen Angaben darauf, dass die Beiträge sachlich bleiben und Mitarbeiter nicht namentlich genannt oder beschimpft werden. Unsachliche Beiträge sollen nicht freigeschaltet werden.

Offenbar ist ein gewünschter Effekt des Portals, Krankenkassen hinsichtlich der Kostenerstattung unter Druck zu setzen. So äußerte Bärtl: "Nach Angaben der Krankenkassen sind verweigerte beziehungsweise Verzögerung von Leistungen immer Einzelfälle. Wir Ärzte aber haben den Eindruck, dass diese Leistungsverweigerung zunimmt und sich auch die Methoden und Ablehnungstexte sehr ähnlich sind."