21. Oktober 2013

Birkenstock vollzieht Wandel zur Gruppe

Birkenstock ist ab jetzt ein Konzern. Zum  1.  Oktober  hat  das  Traditionsunternehmen  den  Wandel vom  losen  Verbund  aus 38  Einzelunternehmen  zu  einer  Gruppe  mit  drei Geschäftsbereichen (Produktion, Vertrieb, Services) vollzogen. Die Leitung der Gruppe liegt in den Händen eines Führungsteams, das erstmals nicht aus dem Kreis der Familie stammt: Oliver Reichert und Markus Bensberg steuern  gemeinsam  die  Aktivitäten  des  Komfortschuhherstellers  –  ein Novum in der bald 240-jährigen Geschichte des Unternehmens.

Den knapp 2.000 Beschäftigten bringe der Schritt zur Gruppe viele Vorteile, sagt Birkenstock: kürzere  Entscheidungswege,  einfachere  und  transparentere  Strukturen sowie eine direktere Kommunikation. Mittelfristig sollen zahlreiche neue Arbeitsplätze  entstehen.  Denn  Birkenstock will weiter  wachsen:  Bis Ende  2020  sollen  sich  die  Paarzahlen  verdoppeln, teilt das Unternehmen mit. Dafür seien  erhebliche Investitionen  in  den  Ausbau  des  Vertriebs  und  die  Aufstockung  und Modernisierung  der  Produktion  am  Standort  Deutschland  geplant.

Die  knapp  220  Verwaltungsmitarbeiter,  die bislang  auf  die  Standorte  Vettelschoß  und  St.  Katharinen  verteilt waren, werden den Ort wechseln:  Die  Mitarbeiter  dieser  Bereiche  ziehen Anfang  2014  ins  benachbarte  Neustadt/Wied.  Dort  ist  mit  dem Birkenstock-Campus der neue Verwaltungssitz der Gruppe angesiedelt.

Für die Zukunft plant Birkenstock die Erschließung neuer Zielgruppen und Absatzmärkte. Im Fokus stehen dabei die Länder  Zentral-  und  Osteuropas,  Asiens,  Südamerikas  sowie  Teile  Afrikas. Aktuell sind die Schuhe in  etwa  80 Ländern  der Welt  zu finden.  Zielmarke seien  130 Länder, gibt Birkenstock bekannt. Um das  zu erreichen, werde man in großem Umfang in die Marke investieren.      

Das  neue  Außendienstteam  für  die  DACH-Region  hat vor  wenigen  Wochen  seine  Arbeit  aufgenommen.  Die  Außendienstmitarbeiter kümmern sich in enger Abstimmung mit dem Innendienst markenübergreifend um die Anliegen der rund 5.800 Schuhfachhändler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Außerdem möchte Birkenstock die Präsenz in den  Schuh-Order-Centern  ausbauen  und  die  Zusammenarbeit  mit  den Einkaufsvereinigungen intensivieren.

Birkenstock bleibt „Made in Germany“
Produziert  wird  auch weiterhin  in  Deutschland, versichert Birkenstock.  Im Produktionsbereich  wurden in  den  letzten  Monaten  „Abläufe verschlankt, Doppelstrukturen beseitigt und unrentable Randbereiche veräußert“, teilt das Unternehmen mit. Um  der Konkurrenz  aus  Asien  und  Südeuropa  dauerhaft  die  Stirn  bieten  zu  können, werde dabei auch in innovative Technologien investiert.

Neuer Verwaltungssitz der Gruppe ist die Nachbargemeinde Neustadt/Wied. Drei Gebäude im Innovationspark  Rahms  sollen ab dem 1. Januar 2014 den „Birkenstock-Campus“  beherbergen. Auf insgesamt  rund  11.400  Quadratmeter  Büro-  und Nutzfläche  sollen die  bislang  auf  zwei  Standorte  verteilten Mitarbeiter der Verwaltung und der Marken jetzt auch räumlich unter ein Dach schlüpfen. Ein Showroom wird Kunden  und  Vertriebspartnern  aus  aller  Welt  einen  Überblick  über  die Kollektion geben. Der Birkenstock-Campus liegt wenige Kilometer von den benachbarten Standorten  in  Vettelschoß  und  St.  Katharinen  entfernt. Vettelschoß  werde  wieder  seiner  eigentlichen  Bestimmung  zugeführt  und  zu einem internationalen Logistikzentrum weiterentwickelt, so Birkenstock. St. Katharinen werde sich künftig auf seine Rolle als Produktionsstandort konzentrieren.