07. November 2013

gematik: Nächste Kartengeneration in Arbeit

Die gematik hat mit der Beauftragung von T-Systems International GmbH und Atos Information Technology GmbH das Vergabeverfahren zur Entwicklung der nächsten Kartengeneration abgeschlossen. T-Systems International wird für die Personalisierung und die sichere Ausgabe von Heilberufsausweisen und Institutionskarten für Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und Krankenhäuser zuständig sein. Atos Information Technology soll für eine sichere und automatische Echtheitsprüfung der Karten sorgen.

Innerhalb der nächsten Monate soll die T-Systems International GmbH ein Portal entwickeln, über das die einzelnen Heilberufler ihre Ausweise beantragen können. Die jeweils zuständige Berufsorganisation des Heilberuflers wird die Berufszugehörigkeit und damit die Berechtigung zum Erhalt eines Heilberufsausweises und einer Institutionskarte bestätigen. Analog zur neuen elektronischen Gesundheitskarte für Versicherte (eGK) werden nun auch die Heilberufsausweise mit individuellen optischen Merkmalen wie Lichtbild und Name des Heilberuflers versehen. Zusätzlich erhalten beide Karten auch eine elektronische Personalisierung mittels entsprechender Zertifikate.

Diese Karten werden in der im nächsten Jahr geplanten Erprobung erster Anwendungen und Basisfunktionalitäten getestet. Zum Erprobungsumfang gehören der Aufbau der Telematikinfrastruktur, die Online-Aktualisierung der Versichertenstammdaten auf der eGK sowie Anwendungen mit einer rechtssichereren „qualifizierten elektronischen Signatur“ zur sicheren Kommunikation zwischen den Ärzten.

Die Erprobung wird in zwei Testregionen durchgeführt. Die Testregion Nordwest besteht aus den Ländern Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die Testregion Südost aus Sachsen und Bayern. Teilnehmen werden pro Region mindestens 500 Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten sowie fünf Krankenhäuser, darunter eine Universitätsklinik.

Hintergrund
Die gematik hat europaweit in fünf Auftragspaketen (Losen) eine neue Generation Gesundheitskarte (Kartengeneration 2 - G2) ausgeschrieben, die die bisherige ablösen wird. Die im April beauftragten Losnehmer Giesecke & Devrient GmbH (Los 1) sowie die T-Systems International GmbH (Los 2) arbeiten bereits an einem einheitlichen Kartenbetriebssystem. Dieses wird zukünftig auf allen Kartentypen eingesetzt, die im besonders geschützten Netz (Telematikinfrastruktur) für Versicherte, Ärzte, Krankenhäuser und deren Lesegeräte verwendet werden.

Das aktuell an T-Systems International GmbH vergebene Los 3 umfasst die Entwicklung und Erprobung der Herausgabe von Heilberufsausweisen (HBAs) und Institutionskarten (SMC-Bs) in beiden Testregionen. Das identische Los 4 wird aufgehoben, da keines der Angebote den Anforderungen entsprach. Diese Leistung wird daher erneut ausgeschrieben. Die zweifache Vergabe der inhaltlich identischen Leistung soll es ermöglichen, verschiedene Lösungsansätze der Industrie zu erproben.

Die Atos Information Technology GmbH wird eine Infrastruktur für öffentliche Schlüssel (Public Key Infrastructure – PKI) und die zugehörigen Dienstleistungen für sogenannte „Card Verifiable Certificates“ (CVC) für den Test- und späteren Echtbetrieb von rund 70 Millionen Karten bereitstellen. Mit diesen Zertifikaten wird die gegenseitige Authentisierung etwa der eGK und eines HBA auch offline sichergestellt.