28. November 2013

DAK-Gesundheit warnt vor zu schneller Verschreibung von Rollatoren

Foto: Kal-Heinz Laube/pixelio

Die Zahl der DAK-Versicherten,  die einen Rollator  als Kassenleistung bekommen haben,  ist  von  2009 auf 2012 um fast 50 Prozent gestiegen. Insgesamt hat die DAK-Gesundheit 2012 über 65.000 Rollatoren vermittelt und 5,1 Millionen Euro dafür ausgegeben. Die Krankenkasse nimmt dies zum Anlass, vor einer zu schnellen Verschreibung von Rollatoren zu warnen: Trainings zur Sturzprophylaxe sollten zunächst bevorzugt werden.

In  der  Altersgruppe der 60 bis 69-Jährigen habe sich die Zahl der Rollatoren mit einem Zuwachs von  111  Prozent mehr als verdoppelt. Bei den 70- bis 79-Jährigen verzeichnet die DAK seit 2009  eine Steigerung von 75 Prozent. Zwar gehen die meisten Rollatoren  an  Menschen,  die zwischen 80 und 89 Jahren alt sind, dort sei der prozentuale Anstieg jedoch verhältnismäßig gering.

Kurse zur Sturzprävention nutzen
Elisabeth  Thomas,  Ärztin  bei der DAK-Gesundheit, sieht diese Entwicklung kritisch.  „Rollatoren  werden  häufig  zu schnell verschrieben“, sagt sie. „Dabei   ist  es  besser,  sich  so  lange  wie  möglich  ohne  Hilfsmittel fortzubewegen.“  Alle  Maßnahmen,  die  Kraft und Beweglichkeit fördern und erhalten,  sollten  zuvor ausgeschöpft werden, empfiehlt Thomas. Das können zum Beispiel Kurse zur Sturzprävention sein.

Gleichzeitig  ist  die steigende Zahl von Rollatoren ein deutliches Zeichen des  demografischen  Wandels.  „Es  muss entschlossener auf die Bedürfnisse älterer  Menschen  reagiert  werden“,  sagt  die Ärztin. Noch immer gebe es viele  öffentliche  Gebäude,  in  denen Treppen den Zugang erschweren, oder Busse   ohne  absenkbaren  Einstiegsbereich.  Thomas:  „Das  schließt  eine wachsende Bevölkerungsgruppe vom öffentlichen Leben aus.“

Die DAK-Gesundheit bezuschusst Kurse zur Sturzprävention mit 80 Prozent der Kosten  (maximal  75  Euro).  Bei  einem  ärztlich  verschriebenen Rollator beträgt  die  gesetzliche  Zuzahlung  zehn  Prozent  (maximal  zehn  Euro). Bei  Geräten mit Sonderausstattungen kann es teurer werden.