04. Dezember 2013

4. Opta data Zukunftstag: Den Patienten in den Mittelpunkt stellen

Foto: Opta data Gruppe

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Rund 150 Leistungserbringer aus der Hilfs- und Heilmittelbranche und der Häuslichen Pflege blickte am 4. Opta data Zukunftstag, der am 13. November 2013 im Colosseum Theater Essen stattfand, gemeinsam in die Zukunft.

Ziel des Zukunftstages war es, den verschiedenen Akteuren am Markt eine Plattform zu geben, um miteinander ins Gespräch zu kommen, interdisziplinär über die Entwicklungen im Gesundheitswesen zu diskutieren und das Verständnis füreinander zu fördern. Denn eine effektive Zusammenarbeit von Ärzten, Versorgern und Kostenträgern erziele für den Patienten das beste Ergebnis, erklärten die Opta data-Geschäftsführer Mark Steinbach und Andreas Fischer.

Den Patienten stärker zum Akteur machen
Damit dies gelingt, müsse „der Patient stärker zum Akteur gemacht werden“ und die Möglichkeit haben, sich für oder gegen bestimmte Leistungen zu entscheiden, forderte Gernot Kiefer, Vorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, in seinem Vortrag. Ein weiterer Aspekt seines Vortrags: Ärzte sollten „von vergangenen Schemata wegkommen“ und dazu bereit sein, Leistungserbringer als Partner anzuerkennen und verstärkt mit einzubeziehen, so dass sie mehr Verantwortung für die Versorgung übernehmen. Dabei appellierte er an die Teilnehmer, aktiv an der Umsetzung mitzuwirken. Schließlich sei es kein Naturgesetz, dass bei allen Fragen immer der Arzt vorgeschaltet sein muss, zum Beispiel bei Folge-Verordnungen.

„In Deutschland läuft einiges schief“
Am Beispiel nichtspezifischer Kreuzschmerz – dem häufigsten Grund für die Verordnung physiotherapeutischer Maßnahmen – zeigte Andrea Rädlein, stellvertetende Bundesvorsitzende physio Deutschland, auf: Therapien, deren Nutzen nachgewiesen ist, werden zu wenig oder an falscher Stelle eingesetzt. „Zweifelhafte Maßnahmen“ würden dagegen zu häufig verordnet, obwohl eine andere Versorgung nicht teurer sein müsse. Rädlein forderte die Überarbeitung der Heilmittelrichtlinien und des Heilmittelkatalogs entsprechend wissenschaftlicher Evidenz, denn „in Deutschland läuft einiges schief“. Außerdem solle eine Standardisierung in der Befunderhebung, Dokumentation und Evaluation als wesentlicher Bestandteil des therapeutischen Vorgangs eingeführt werden.

Sich dem wachsenden Bedarf gemeinsam stellen
Leistungserbringer müssen dafür sorgen, dass der Patient im Mittelpunkt steht und nicht das Gesundheitssystem, stellte Klaus Lotz, Präsident des BIV-OT, in seinem Vortrag heraus. Außerdem müsse man sich dem wachsenden Bedarf an Patienten gemeinsam stellen und Lösungen finden. Schließlich sei es wichtig, nicht „das Letzte aus Gesetzestexten herauszukitzeln, sondern sich mehr mit der Realität zu beschäftigen“. Lotz forderte, die Bezahlbarkeit der Versorgung in einen anderen Fokus zu rücken: „Das Sachleistungsprinzip hochhalten, aber bei steigender Frequenz nichts mehr dafür zahlen wollen, ist eine märchenhafte Wunschvorstellung.“

Inspirieren lassen konnten sich die Besucher in der zweiten Hälfte der Veranstaltung von den Best-Practice-Beispielen erfolgreicher Netzwerke. Sie lieferten den Teilnehmern Anreize dazu, gemeinsame Interessen in organisierten Gemeinschaften zu verfolgen.