18. Dezember 2013

Was ändert sich im nächsten Jahr? Der vdek informiert

Trotz der gesetzgeberischen Pause bringt der Jahreswechsel 2014 wieder zahlreiche Änderungen im Gesundheitswesen mit sich. Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) hat eine Auswahl von 23 Änderungen zusammengestellt.

Elektronische Gesundheitskarte
Am 1. Januar 2014 löst die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK) die alte Krankenversicherungskarte (KVK) endgültig ab. Die eGK ist dann der allein gültige Versicherungsnachweis, der bei einem Arztbesuch vorgelegt werden muss. Die Krankenkassen haben bereits im Oktober 2011 mit der Ausgabe der neuen eGK begonnen, sodass bereits fast alle Versicherten mit der neuen Karte ausgestattet sind. Erkennbar ist die neue Karte unter anderem an dem Lichtbild. Versicherte, die noch keine eGK besitzen, erhalten die neue Karte von ihrer Krankenkasse nach Einsendung eines Lichtbildes.

Endoprothesenregister
Am 1. Januar 2014 fällt auch der offizielle Startschuss für das bundesweite Endoprothesenregister (EPRD). In dem Register werden Informationen über den Einbau künstlicher Hüft- und Kniegelenke gesammelt. Die Datenbank soll dabei helfen, die Qualität der Versorgung zu verbessern und die Zahl unnötiger Wechseloperationen zu senken. Das EPRD ist eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e. V. (DGOOC) und wird unter anderem vom Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) unterstützt.

Prüfung von Präventionskursen
Auch die zentrale, bundesweite, kostenfreie und kassenartenübergreifende Prüfung von Präventionskursen aus den Bereichen „Bewegung“, „Ernährung“, „Stressbewältigung/Entspannung“ sowie „Suchtmittelkonsum“ wird ab Januar 2014 starten. Kursanbieter können ihre Unterlagen auf dem Qualitätsportal der neuen Zentrale Prüfstelle Prävention ab dem 3. Januar 2014 hochladen und für die Prüfung einreichen. Durch das zentrale Verfahren sollen Doppelprüfungen für Anbieter von Präventionskursen künftig entfallen.

Belastungsgrenze für Zuzahlungen
Die Bezugsgröße für die Berechnung von Belastungsgrenzen bei Zuzahlungen wird angehoben. Dadurch steigt 2014 steigt der Freibetrag für den ersten Familienangehörigen von 4.851 auf 4.977 Euro und für jeden weiteren Angehörigen von 3.234 auf 3.318 Euro. Der Kinderfreibetrag nach § 62 Abs. 2 Satz 3 SGB V bleibt unverändert bei 7.008 Euro.

(Erläuterung: Um eine finanzielle Überforderung zu vermeiden, werden Versicherte ab einer bestimmten Belastungsgrenze von Zuzahlungen befreit. Die Belastungsgrenze liegt bei zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen eines Haushalts. Bei Vorliegen einer chronischen Erkrankung liegt die Belastungsgrenze bei einem Prozent. Bevor die Belastungsgrenze berechnet wird, werden von den Brutto-Einnahmen des Haushalts Freibeträge abgezogen. Die Freibeträge ergeben sich aus der sogenannten Bezugsgröße, die das BMAS zusammen mit anderen Berechnungsgrößen jährlich festsetzt.)

Beitragsbemessungsgrenze
Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt von 47.250 Euro im Jahr 2013 auf 48.600 Euro im Jahr 2014. Sie beträgt monatlich 4.050 Euro im Jahr 2014 gegenüber 3.937,50 Euro bis 31.12.2013. Für den Anteil des Jahresarbeitsentgeltes, der oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt, müssen keine Beiträge in die Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden.

Einkommensgrenze für die Familienversicherung
In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) können Versicherte bekanntlich ihre Familienangehörigen über die sogenannte Familienversicherung beitragsfrei mitversichern, sofern bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Im Jahr 2014 wird die Einkommensgrenze für mitversicherte Ehegatten, Lebenspartner und Kinder von 385 auf 395 Euro angehoben. Einkünfte aus geringfügiger Beschäftigung können weiterhin bis 450 Euro bezogen werden. Liegt das Einkommen oberhalb dieser Grenzen, ist eine Familienversicherung ausgeschlossen. Ebenfalls ausgeschlossen ist die Familienversicherung für Kinder, wenn das Einkommen des anderen Elternteils oberhalb der Versicherungspflichtgrenze von 53.550 Euro jährlich beziehungsweise 4.462,50 Euro monatlich liegt und dieser Ehegatte nicht gesetzlich krankenversichert ist.

Versicherungspflichtgrenze
Im Jahr 2014 wird durch die Rechtsverordnung des BMAS auch die Versicherungspflichtgrenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung angehoben. Die Versicherungspflichtgrenze steigt von jährlich 52.200 Euro im Jahr 2013 auf 53.550 Euro im Jahr 2014. Für Arbeitnehmer, die bereits am 31. Dezember 2002 aufgrund des Überschreitens der damaligen Grenze versicherungsfrei und in der PKV versichert waren, steigt die Versicherungspflichtgrenze von 47.250 Euro in 2013 auf 48.600 Euro im Jahr 2014.

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