19. Dezember 2013

ZVOS stärkt Forschungs- und Bildungsmanagement

Die Delegiertenversammlung des Zentralverbandes Orthopädieschuhtechnik (ZVOS) hat am 17. Oktober 2013 die Gründung einer interdisziplinären Institution für das Forschungs- und Bildungsmanagement in der Orthopädieschuhtechnik beschlossen. Ziel ist, die Forschung zu orthopädieschuhtechnischen Hilfsmittelversorgungen systematisch voranzutreiben und sie mit dem Bereich Bildung zu vernetzen. 

Für die Versorgungssicherheit und die Kostenerstattung in der Orthopädieschuhtechnik werden Wirkungsnachweise zu Hilfsmitteln immer wichtiger. Wissenschaftliche Nachweise können zeigen, wie und warum die Orthopädieschuhtechnik Menschen gesünder und länger mobil hält und welchen Nutzen orthopädieschuhtechnische Hilfsmittelversorgungen den Patienten bringen. Bei zunehmendem Kostendruck im Gesundheitswesen ist die Schaffung von wissenschaftlich fundierten Wirkungsnachweisen nicht zuletzt ein wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Sicherung der Branche. Die wachsende Bedeutung der Hilfsmittelversorgung, die sich durch den demografischen Wandel ergibt, macht praxisnahe Forschung in der Orthopädieschuhtechnik umso wichtiger.

Der ZVOS stellt sich dieser Aufgabe durch die Gründung einer interdisziplinären Institution für das Forschungs- und Bildungsmanagement in der Ortho­pädieschuhtechnik. Damit wird angestrebt, Handwerk, Wissenschaft und berufliche Bildung stärker zu vernetzen.

Die Entscheidung bezüglich der Leitung dieser Institution fiel auf Thomas Stief, der zunächst jahrelang als Meister praktisch im Orthopädieschuh­technik-Betrieb Erfahrungen gesammelt hat. Auch den Diplom-Ingenieur (FH) der Physikalischen Technik hat er bei Prof. Klaus Peikenkamp an der Fachhochschule Münster erfolgreich absolviert. Als Lehrbeauftragter am Fachbereich Physikalische Technik der FH Münster mit den Lehrschwerpunkten Technische Biomechanik und Biomechanische und Orthopädische Messtechnik verfügt er über Erfahrungen in der Lehre. Forschungsprojekte für die Orthopädieschuhtechnik inklusive der Akquirierung von Fördermitteln, nationale sowie internationale Vorträge, Veröffentlichungen in Kon­gress­bänden, Fachzeitschriften sowie Büchern zeigen seine Kompetenzen in der praxisnahen Forschung. Seine vielseitige Qualifizierung kommt nun der Arbeit des ZVOS zu den Themen Forschung und Bildung zugute.

Das Forschungs- und Bildungsmanagement soll auf diese Weise institutionalisiert werden – in vernetzter Zusammenarbeit unter anderem mit Fachhochschulen, den Meisterschulen und dem IVO. Dabei wird angestrebt, die Bildungszentren durch neue Impulse und wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zu unterstützen. Ferner sollen die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe verbessert und der Innovationsgrad für technische Entwicklungen unterstützt werden. Der ZVOS orientiert sich bei der Schaffung dieser Stelle an der Exzellenzoffensive des Bildungsministeriums in Deutschland. Auch die berufsbildenden Schulen, die Ausbildung sowie die Meis­terausbildung in der Orthopädieschuhtechnik sollen von dieser gesellschaftlichen Entwicklung profitieren. Die neu geschaffene Institution des ZVOS wird einen entscheidenden Beitrag zur Nachwuchsförderung in der Branche sowie zur wirksamen Präsentation des Berufsbildes in der Öffentlichkeit liefern.   Elisabeth Vogel, ZVOS