18. Februar 2015

Mindestlohn: Klare Regelungen für Sportvereine erforderlich

Foto: Rainer Sturm/pixelio

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Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns hat in den deutschen Sportvereinen zu erheblicher Verunsicherung geführt, sagt Eberhard Gienger, Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Sport und Ehrenamt in der CDU/CSU Fraktion. In einem Interview von „Fraktion direkt“, das auf der Homepage der CDU/CSU-Fraktion erschienen ist, fordert er genauere Regelungen, welche Vereinstätigkeiten vom Mindestlohn und den damit verbundenen Dokumentationspflichten erfasst werden. Von den Schwierigkeiten seien vor allem Vertrags­amteure beziehungsweise Sportler im semiprofessionellen Bereich betroffen.

Dies seien in der Regel junge Menschen im Übergang zwischen Ausbildung und Beruf, die ihren Sport nicht in Erwerbsarbeit betreiben. Bislang bekamen sie kleine Aufwandentschädigungen von maximal 250 Euro und durften inicht mehr als 29 Stunden im Monat ihren Sport ausüben. Unklar sei nun, ob für sie die An- und Abfahrzeiten bei Turnieren und die Physiotherapie zur Arbeitszeit zählen.

„Das Risiko, eine Ordnungswidrigkeit zu begehen, die mit einer Geldbuße von bis zu 500.000 Euro geahndet werden kann, können Vereine nicht eingehen“, betont Eberhard Gienger. „Im Ernstfall würden sie das finanziell nicht überstehen.“ Auch der bürokratische Aufwand sei den Vereinen nicht zuzumuten. Besonders junge Sportler und zukünftige Talente im deutschen Spitzensport, so Gienger, würden vom Mindestlohn besonders hart bestraft und mit Bürokratie überzogen. Das sei umso schlimmer, als in diesem Bereich dem Sport ohnehin schon die meisten Talente verloren gingen. Zudem gehe es bei den Vertragsamateuren nicht um Erwerbsarbeit, sondern um minimale Entschädigungen für einen großen sportlichen Aufwand.

Gienger forderte vom zuständigen Ministerium klare und unbürokratische Abgrenzungen, die den besonderen Bedingungen im Vereinswesen und den speziellen Anforderungen im semiprofessionellen Sport gerecht werden. Denkbar sei eine Abgrenzung entsprechend der jeweiligen Sportarten und Spielklassen. Außerdem müsse genau geklärt werden, welche Tätigkeiten in den Vereinen als ehrenamtlich und somit als nicht vom Mindestlohn betroffen gelten.