16. Juni 2016

Gesundheitshandwerke veröffentlichen Positionspapier 2016


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Die Arbeitsgemeinschaft der Gesundheitshandwerke formuliert in ihrem diesjährigen Positionspapier die dringlichsten Themen sowie Forderungen an die Politik.

Innovative Lösungen und verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen seien vonnöten, um den Herausforderungen des Marktes erfolgreich begegnen zu können, schreiben die fünf Berufsverbände in dem Papier, das neben dem Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik auch die Spitzenverbände der Orthopädieschuhmacher und der Hörgeräteakustiker sowie der Zahntechniker und der Augenoptiker/Optometristen verfasst haben. Besonders angesprochen wird der demographische Wandel, auf den sich eines der sechs Anliegen der Arbeitsgemeinschaft bezieht.

So sieht man ein erhebliches Präventionspotential in der Tätigkeit der Gesundheitshandwerke, das es zu nutzen gelte. In einem so genannten Screeningprojekt 55+ könne das Leistungsspektrum der Gesundheitshandwerke voll ausgeschöpft werden, bei den Orthopädietechnikern etwa durch die Kontrolle des Muskelskelett- und Gelenksystems sowie von Fuß- und sonstigen Fehlstellungen des Bewegungsapparates. Die fachlichen Kompetenzen und versorgungspolitischen Möglichkeiten der Gesundheitshandwerke sollten dabei jeweils gewerkspezifisch berücksichtigt werden und wesentliche Tätigkeiten müssen gewahrt bleiben.

Das Verfahren zum Abschluss von Versorgungsverträgen nach § 127 Abs. 2 SGB V habe sich für eine qualitätsorientierte Versorgung bewährt und müsse grundsätzlich gestärkt werden. Zur Sicherung und Weiterentwicklung des Präqualifizierungsverfahrens solle außerdem die Zulassungserteilung für den Betrieb einer Präqualifizierungsstelle in die bewährten Hände der Deutschen Akkreditierungsstelle gegeben werden.

Den Gesundheitshandwerken ist es darüber hinaus wichtig, mehr Informationsparität im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zu erreichen. Es sei entscheidend, in den für sie relevanten Themen am Informations- und Beratungsprozess der entsprechenden Gremien des G-BA beteiligt und mündlich wie schriftlich gehört zu werden. Zudem plädiert man für eine praxis- und versorgungstaugliche Einbindung in die Prozesse rund um die elektronische Gesundheitskarte. Eine zeitnahe Ausstattung mit elektronischen Berufsausweisen zur vollständigen Teilnahme am Versorgungsgeschehen sei notwendig.

Last not least sehen die Gesundheitshandwerke erhöhten Bedarf an einer Beachtung und Stärkung des Meisters im Gesundheitswesen in seinen fachlichen und qualitätssichernden Funktionen. Nur der große Befähigungsnachweis sichere die Struktur- und Produktqualität in der wohnortnahen Versorgung und garantiere zudem durch hohe Ausbildungsquoten eine hohe Versorgungsqualität auch in der Zukunft.