12. Oktober 2016

Erbschaftsteuer: Belastung für Familienbetriebe steigt

ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke (Foto: Stegner/ZDH)

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ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke begrüßt, dass nach langem Ringen um eine Einigung bei der Erbschaftssteuerreform nun die dringend benötigte Rechtssicherheit geschaffen werden konnte. Allerdings führen einige Regelungen nun zu erheblichen Einschränkungen bei der Betriebsübergabe, so Schwannecke.

"Die Politik hat Handlungsfähigkeit gezeigt und ist doch noch einer möglichen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zuvorgekommen", lobte Schwannecke zunächst. Das Handwerk begrüße die Entscheidung, dass die Grenze von fünf Beschäftigen, bis zu der die Einhaltung der Lohnsummenregelung nicht nachgewiesen werden muss, im Vermittlungsverfahren Bestand behalten habe. Dies verhindere sowohl bei den kleinen Betrieben als auch bei der Finanzverwaltung unnötige Bürokratie.

"Die weiteren Ergebnisse führen jedoch – beispielsweise beim Thema Stundung – zu erheblichen Einschränkungen für die Betriebsübergaben", kritisierte Schwannecke. "Die Familienbetriebe des Handwerks werden bei der Übergabe daher künftig regemäßig deutlich stärker mit Erbschaftsteuer belastet. Das entzieht den Betrieben die für Investitionen notwendige Liquidität, die angesichts notwendiger Zukunftsinvestitionen – etwa in die Digitalisierung – Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit der Handwerksunternehmen ist."

Einen ausführlichen Bericht über die Erbschaftssteuerreform lesen Sie in der Novemberausgabe der "Orthopädieschuhtechnik".