14. Oktober 2016

Akademisierung der Gesundheitsberufe: Dauerhafte Perspektiven statt Modellklausel

Die Deutsche Hochschulmedizin spricht sich für dauerhafte Perspektiven und eine nachhaltige Finanzierung der akademischen Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen aus. Bereits zu Beginn dieser Woche hatten die Deutsche Hochschulmedizin, die Gesellschaft für medizinische Ausbildung und der Verband der PflegedirektorInnen der Unikliniken in einer gemeinsamen Stellungnahme die konsequente Verstetigung akademischer Ausbildungsmöglichkeiten der Gesundheitsberufe in der Ergotherapie, der Physiotherapie, der Logopädie und im Hebammenwesen gefordert. Hintergrund ist die am 31. Dezember 2017 auslaufende Modellklausel für berufsqualifizierende Gesundheitsstudiengänge.
 
Diese Modellklausel regelt derzeit die Möglichkeit zur akademischen Ausbildung in den genannten Berufen. Eine 2015 vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in Auftrag gegebene Evaluierung der Modellvorhaben spricht sich übereinstimmend dafür aus, dauerhaft primärqualifizierende Studiengänge für alle betreffenden Berufsgruppen einzurichten. Trotz dieses positiven Votums kommt das Bundesministerium für Gesundheit nun zu der Einsicht, die bestehende Modellklausel um weitere zehn Jahre zu verlängern, statt die entsprechenden Berufsgesetze anzupassen und so für eine ständige Verankerung der akademischen Ausbildung zu sorgen.
 
Mit Blick auf die steigenden Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung in Deutschland und die damit verbundene notwendige Weiterentwicklung der Therapieberufe sei diese Entscheidung
schwer nachvollziehbar, so die Deutsche Hochschulmedizin. Entsprechend äußert sich der Generalsekretär des Medizinischen Fakultätentages, Dr.Frank Wissing: "Wir plädieren mit Nachdruck dafür, die bestehende Modellklausel aufzuheben und stattdessen eine verlässliche Perspektive für die akademische Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen zu schaffen. Dazu zählt auch eine angemessene Finanzierung aus eigensdafür vorgesehenen Mitteln für die Pflege- und Gesundheitsberufe an den Hochschulen und Universitäten.“
 
Es bleibe abzuwarten, ob der Bundestag in seiner finalen Entscheidung dem BMG folgen wird.