21. Oktober 2016

Bundesverband der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) tagt in Berlin

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Quelle: Kerstin Kater, UFH Berlin

Rund 150 Unternehmerfrauen aus deutschen Handwerksbetrieben trafen sich am 14. und 15. Oktober in Berlin zum diesjährigen Bundeskongress der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH). UFH-Bundesvorsitzende Heidi Kluth stellte fest, dass es dem Handwerk derzeit zwar wirtschaftlich gut gehe, es aber an Fachkräften, Auszubildenden und Nachfolgern schon jetzt mangele. Zwar steige der Frauenanteil im Handwerk, trotzdem sei das Handwerk gefordert, sich von stereotypen Rollenbildern wegzubewegen und eine Willkommenskultur für Mädchen und Frauen zu schaffen.

Dem Kongress war ein besonderes Event vorangestellt. Beate Roll, Vorsitzende des UFH-Landesverbandes Berlin, begrüßte die Gäste zur Abschlussveranstaltung des erfolgreichen Berliner Projektes „Starke Handwerkerinnen – Energie und Effizienz“, das in Kooperation mit dem Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) die ‚Energieernte von der Vision bis zur marktreifen energieeffizienten Dienstleistung‘ untersuchte. Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, betonte in seiner Festrede, dass die Energiewende nur mit dem Handwerk umzusetzen sei. Das UFH-Projekt zeige, dass die UFH die Welt von morgen maßgeblich mitgestalten und zur Kompetenzsteigerung in Effizienzfragen beitragen. „Frauen sind die kreativen Köpfe in den Familienbetrieben des Handwerks“, so Wollseifer. Und sie seien die idealen Botschafterinnen für die Energiewende, denn sie sitzen an der Schnittstelle zum Kunden. Für Wollseifer ist das Handwerk „der natürliche Verbündete der Energiewende“. Regionale Energie-Effizienz-Netzwerke seien notwendig, denn sie würden dafür sorgen, dass die Wertschöpfung am Ort bleibt. Und er forderte nachdrücklich, dass die Gebäude-Energieberater des Handwerks endlich auch bei geförderten Projekten beraten dürften. Die derzeitige Regelung sei diskriminierend.

Der Kongressnachmittag stand im Zeichen des Kongressthemas „Zeit für Veränderung“. Die erstmals ausnahmslos weiblichen Grußwortrednerinnen Carola Zarth, Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Berlin, Cerstin Richter-Kotowski, Bezirksstadträtin Steglitz-Zehlendorf, Sabine Daniel von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, und Marie-Luise Dött, MdB und Vorsitzende der MIT-Kommission „Unternehmerfrauen im Mittelstand“, lobten die Unternehmerfrauen als verlässliche Partnerinnen für Zusammenarbeit und Projekte und verwiesen auf die guten Chancen, die Mädchen im Handwerk derzeit hätten. „Was wäre die Welt ohne das Handwerk? Und was wäre das Handwerk ohne die Frauen?“ Mit diesen Worten fasste Carola Zarth das Standing der Frauen in den Betrieben zusammen. Sie hatte vor 25 Jahren den UFH-Landesverband Berlin mit gegründet.

MdB Marie-Luise Dött forderte von den politischen Entscheidern ein verlässliches, wirtschaftspolitisches Umfeld für die Betriebe. Nur wenn Unternehmen aktiv handeln können, können sie Innovation gestalten. Oft sei dabei Improvisationstalent gefragt, „und darin sind besonders die Frauen gut!“, so Dött.

Impulsrednerin Karola Jamnig-Stellmach vom Steinbeis-Transfer-Institut Bremen bezeichnete Veränderung als den Versuch, das Gegenwärtige nicht zu verlieren. Veränderung sei Lebensprinzip und Führungsaufgabe – überleben werde, wer sich am besten anpassen könne. 

Mit einem Festabend hoch über den Dächern Berlins schloss ein erfolgreicher Kongresstag. Der nächste Bundeskongress wird am 13./14.Oktober 2017 in Schweinfurt (Unterfranken) stattfinden.

Der Verband der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) ist die bundesweite Vertretung aller Frauen, die im Handwerk arbeiten – entweder als selbstständige Meisterin oder als mitarbeitende Familienangehörige. Knapp 6.000 Unternehmerfrauen im Handwerk haben sich in 14 Landesverbänden und über 150 regionalen Arbeitskreisen bundesweit erfolgreich vernetzt.

www.bv-ufh.de