21. Oktober 2016

Arztbesuch bei Diabetes schon vor der Schwangerschaft empfohlen

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Frauen mit Diabetes haben drei- bis neunmal häufiger eine Frühgeburt als Schwangere ohne Diabetes. (Foto: www.bvmed.de)

Weniger als die Hälfte aller schwangeren Frauen mit Diabetes nimmt frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch. Darauf haben Experten der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hingewiesen.

Sie empfehlen Diabetikerinnen, eine Schwangerschaft gut zu planen und bereits im Vorfeld einen Internisten aufzusuchen.

Laut DGIM wird in Deutschland rund jedes hundertste Kind von einer Mutter mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes geboren. Das Risiko für Komplikationen sei bei diesen Schwangerschaften deutlich erhöht. Verglichen mit nicht diabetischen Schwangeren erleiden Diabetikerinnen der Fachgesellschaft zufolge drei- bis neunmal häufiger eine Frühgeburt. Fehlbildungen kommen zwei- bis viermal so häufig vor und das Risiko, eine für Mutter und Kind lebensbedrohliche Präeklampsie zu entwickeln, liegt bei Diabetikerinnen zwei- bis zehnmal so hoch.

„Frauen mit Diabetes – unabhängig davon, ob dieser vor oder während der Schwangerschaft erstmals auftritt – sollten immer von einem diabetologisch qualifizierten Internisten betreut werden“, sagte DGIM-Generalsekretär Ulrich Fölsch. Zudem sollten Frauen mit einem bereits bekannten Typ-1- oder Typ-2-Diabetes die fachärztliche Hilfe bereits vor der Empfängnis in Anspruch nehmen, um den Stoffwechsel optimal einzustellen. „Leider wird dies nur in etwa 30 bis 50 Prozent der Fälle konsequent umgesetzt“, erklärte der Mediziner. Dabei könne diese sogenannte präkonzeptionelle Beratung und Betreuung für einen guten Ausgang der Schwangerschaft entscheidend sein.

„Das Ziel der diabetologischen Betreuung muss es sein, die Risiken für Mutter und Kind an diejenigen stoffwechselgesunder Frauen anzugleichen“, sagte DGIM-Vorsitzende Petra-Maria Schumm-Draeger. Gerade bei länger bestehendem Diabetes müsse auch auf mögliche Begleiterkrankungen geachtet werden. So empfiehlt die Internistin und Endokrinologin, den Augenhintergrund bereits bei der Planung einer Schwangerschaft auf eine mögliche Retinopathie hin zu untersuchen. Denn eine augenärztliche Therapie sollte bereits vor der Empfängnis abgeschlossen sein.

Weitaus häufiger als Schwangerschaften von Frauen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes sind laut DGIM allerdings Schwangerschaften, in deren Verlauf die Zuckerkrankheit neu auftritt oder neu diagnostiziert wird. In Deutschland kommt diese als Gestationsdiabetes bezeichnete Komplikation bei rund 4,5 Prozent aller Schwangeren vor. Bei Frauen mit erhöhtem Diabetesrisiko empfehlen die Experten der DGIM, bereits in der Frühschwangerschaft eine Blutglukosemessung vorzunehmen.