28. Oktober 2016

Statistisches Jahrbuch 2016: Gesund leben kostet

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Präsident des Statistischen Bundesamtes Dieter Sarreither. (Foto: Destatis)

Seit Jahren steigen die Ausgaben für Gesundheit in Deutschland stetig an. Auch 2014 hat die Summe wieder um gute 13 Milliarden zugenommen. Faktoren, die zu einem gesunden Leben beitragen, hat das Statistische Bundesamt (Destatis) in seinem Jahrbuch ausgewertet und heute vorgestellt. Die Erhebungen stammen aus den Jahren 2013 und 2014.

Im Jahr 2014 betrugen die Ausgaben für Gesundheit in Deutschland 328 Milliarden Euro, was elf Prozent des Bruttoinlandproduktes entspricht und 4050 Euro pro Kopf. Im Jahr 2000 lagen sie noch bei 214 Milliarden Euro.

Darin mit einberechnet wurden unter anderem Kosten von Versicherungen, ärztliche und pflegerische Leistungen, Ausgaben für Arznei- und Hilfsmittel sowie die von ambulanten Einrichtungen oder Rettungsdiensten. Über die Hälfte der Ausgaben lässt sich auf die gesetzlichen Krankenkassen zurückführen:

Kosten nach Ausgabenträger (2014):

  • Öffentliche Haushalte: 4,5%
  • Gesetzliche Krankenversicherung: 58,5%
  • Soziale Pflegeversicherung: 7,8%
  • Gesetzliche Rentenversicherung: 1,3%
  • Gesetzliche Unfallversicherung: 1,6%
  • Private Kranken-/Pflegeversicherung: 8,9%
  • Arbeitgeber/-innen: 4,3%
  • Private Haushalte, Organisationen ohne Erwerbszweck: 13,2%

Quelle: Statistisches Jahrbuch 2016, S. 141

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Quelle: Deutscher Ärzteverlag GmbH

Zur Gesundheit tragen auch das persönliche Wohlbefinden, eine ausgewogene Ernährung, Verzicht auf bestimmte Genussmittel und Bewegung bei. Diese Parameter hat das Statistische Bundesamt ebenfalls untersucht.

Konstanter Fleischkonum, weniger Obst und Zucker, mehr Gemüse und Kartoffeln

Einwohner in Deutschland konsumierten im Jahr 2014 durchschnittlich rund 87 Kilogramm Fleisch und Fleischwaren. An erster Stelle steht Schweinefleisch mit 52,1 Kilogramm/Jahr/Einwohner, an zweiter Stelle Geflügel mit 19,1 Kilogramm und Rind mit 12,7 Kilogramm. „Der Trend zu vegetarischer oder veganer Lebensweise spiegelt sich (noch) nicht in diesen Zahlen wider“, schlussfolgerte Destatis-Präsident Dieter Sarreither. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch ist seit 2001 nur um 1 Kilogramm zurückgegangen. Auf den Tellern landete 2014/2015 dafür etwas mehr frisches Gemüse (97 Kilogramm) als 2000/2001 (94 Kilogramm). Auch Frischmilcherzeugnisse und Käse wurden beliebter (2001: 103 Kilogramm; 2014: 109 Kilogramm). Der Konsum von frischem Obst mit 65 Kilogramm pro Kopf für 2014/2015 war dagegen deutlich rückläufig (2000/2001: 75 Kilogramm). Dem standen durchschnittlich 32 Kilogramm Zucker (2000/2001: 35 Kilogramm) und 21 Kilogramm Butter oder pflanzliche Fette (2000/2001: 24 Kilogramm) je Einwohner/-in gegenüber. (Statistisches Jahrbuch, Seite 177)

Ausgewogene Ernährung habe aber auch etwas mit den finanziellen Möglichkeiten zu tun, gibt Sarreither zu Bedenken. Laut der Auswertung von Destatis lebt jeder zwölfte in einem Haushalt, in dem die finanziellen Mittel fehlen, um jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit auf den Tisch zu bringen.

Weniger Zigaretten und Bier

Relativ konstant geblieben sind auf den ersten Blick die Aufwendungen für alkoholische Getränke (26 Euro) und Tabakwaren (17 Euro). Berücksichtigt man jedoch die Preissteigerungen von 13 Prozent für Alkohol und 63 Prozent für Tabak, kommt man zu dem Schluss, dass die Haushalte im Vergleich zu früher deutlich weniger davon gekauft haben.

Im Jahr 2015 wurden je Einwohner/-in 1041 Zigaretten, Zigarren oder Zigarillos geraucht. Das waren 170 Stück weniger als 2005. Auch der Durst auf Bier ließ nach: 2015 trank jeder Einwohner und jede Einwohnerin durchschnittlich 98 Liter; vor zehn Jahren waren es noch 111 Liter gewesen. Das entsprach in etwa einem Rückgang von 1,5 Kästen Bier pro Person seit 2005. Auch die Zahl der jugendlichen sogenannten Komatrinker sei mittlerweile leicht rückläufig. Diese Tendenz schreiben die Experten von Destatis auch der eingeführten Alkopopsteuer zu.