09. November 2016

ALOST diskutiert Umsetzung des neuen Rahmenlehrplans

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Vom 22. bis zum 25. September fand das diesjährige Herbsttreffen der Arbeitsgemeinschaft für Lehrerinnen und Lehrer für Orthopädieschuhtechnik, ALOST, in Frankfurt-Höchst statt. Als Thema wählte die ALOST die Umsetzung des neuen Rahmenlehrplans. Zu den Hauptthemen zählten das Lernfeld 5 ("Entwickeln und Vorbereiten von Modellen"), die Neuerungen in der Zwischenprüfung und der intensive Erfahrungsaustausch.

25 Berufsschullehrerinnen und -lehrer aus ganz Deutschland waren zu Gast in der Paul-Ehrlich-Schule. Als Unterrichtsthema für das Lernfeld 5: „Entwickeln und Vorbereiten von Modellen“ wurde die sensomotorische Einlage gewählt - als orthopädisches Einbauelement, entwickelt nach einem Positivmodell.

Manuel König, Orthopädieschuhmacher, Diplom-Sportwissenschaftler und Leiter der footpower Akademie, gab einen Überblick der funktionell-anatomischen und biodynamischen Kenntnisse als Ausgangsbasis für die sensomotorische Einlagenversorgung. Dann folgte die Umsetzung der theoretischen Ausführungen in die Praxis. In Zweiergruppen ertasteten die Teilnehmer an Fuß und Bein des Partners markante Punkte am Fußskelett wie etwa Knochenvorsprünge und Sehnenverläufe; diese markierten sie mit einem Filzstift. Solche Partnerübungen dienen im Unterricht dazu, Nähe aufzubauen, die Scheu vor Berührung des Kunden zu verlieren und Probleme wahrzunehmen. Damit wurde den Teilnehmern auch gezeigt, dass Berührung und Nähe ein wichtiges Prinzip der Kundenbindung ist, das sie den Schülern als Erfolgsfaktor im Unterricht vermitteln sollen.

Auch der altbekannte Blauabdruck liefert wichtige Informationen für die Positionierung der Pelotten, Stege und Erhöhungen. Beobachtungen der Probanden im Gang und Stand lenkten den Blick auf die Stabilisierung der Körperhaltung von der Sohle bis zum Scheitel. Zum Abschluss konnte sich jeder eine sensomotorische Einlage unter fachkundiger Aufsicht und Beratung in der Schulwerkstatt anfertigen. Anschließend wurden Beispiele zum Thema sensomotorische Einlagen aus dem Unterricht der Kollegen diskutiert.

Im zweiten Teil ging es um die Gesellenprüfung Teil 1, die die bisherige Zwischenprüfung ablöst. Dabei soll ab sofort ein Paar Konfektionsschuhe bearbeitet werden, nicht mehr länger ein einzelner Schuh. Die Vorgangsbeschreibung entfällt. Vorgeschrieben ist eine Dokumentation nach dem Medizinproduktegesetz. Birgit Funk-Kleinknecht informierte über den Stand der Neuordnung des Berufsbildes. Bis zum 19. 0ktober 2016 sollen die Umsetzungshilfen für den neuen Rahmenlehrplan als E-Book erscheinen.

ZVOS-Vorstandsmitglied Achim Oberle wurde von Michael Blau, dem ALOST-Vorsitzenden, herzlich willkommen geheißen. Michael Blau begrüßte den Schulterschluss zwischen Zentralverband Orthopädieschuhtechnik und der ALOST, also zwischen Handwerk und Berufsschule. Am 19. Oktober 2016 hatte Achim Oberle, Berufsbildungsbeauftragter des Zentralverbandes Orthopädieschuhtechnik, nach Langen in die Meisterschule B-O-S-S eingeladen. An dem Treffen nahmen Mitglieder von Gesellenprüfungsausschüssen, Lehrlingswarte, Vertreter der Meister- und Berufsschulen sowie die Arbeitsgruppe Neuordnung Berufsbild teil und tauschten ihre Erfahrungen zum neuen Berufsbild des Orthopädieschuhmachers aus.

Abgerundet wurde das Fachprogramm von einem Stadtrundgang durch die Altstadt von Höchst.

Der voraussichtliche Termin für die nächste ALOST-Fortbildung wird im Mai 2017 in München sein. Michael Blau freut sich, beim nächsten Treffen mit den Lehrern und Lehrerinnen der Orthopädieschuhtechnik neben dem Fachprogramm den 20. Geburtstag der ALOST zu feiern.